Frühes Prostata-Ca: Op nur, wenn PSA-Wert steigt

BERLIN (gvg). Der PSA-Wert ist erhöht, bei der folgenden Biopsie wird ein Prostata-Karzinom in einem frühen Stadium entdeckt. Doch wann sollte man operieren? Wenn sich der PSA-Wert innerhalb von zwei bis drei Jahren verdoppelt oder das Karzinom fortschreitet, raten Urologen.

Veröffentlicht:

"Wir sind im Moment noch nicht besonders gut darin, zu unterscheiden, welche Patienten mit frühem Prostata-Karzinom von einer radikalen Operation profitieren und welche nicht", gab Professor Per-Anders Abrahamsson aus Malmö zu. Dies müsse besser werden, denn das PSA-Screening führe dazu, dass immer mehr Karzinome in frühen Stadien entdeckt werden.

Beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) in Berlin berichtete Abrahamsson von neuen Auswertungen aus US-amerikanischen Screening-Programmen. Danach befinden sich mindestens 55 Prozent der Prostata-Karzinome, die bei Screenings entdeckt werden, in einem histologisch frühen Stadium (Gleason-Score bis maximal 6). In einer Langzeitstudie, an der knapp 300 Patienten mit solchen frühen und histologisch günstigen Prostata-Karzinomen teilnahmen, lag die Überlebensrate nach acht Jahren ohne Intervention bei 85 Prozent.

Alleine auf den histologischen Grad des Karzinoms wollen sich die Urologen bei der Entscheidung für oder gegen eine Operation aber nicht verlassen. "Im Moment warten wir bis zu einer Verdopplung des PSA-Werts oder bis Veränderungen in der Biopsie auftreten", so Abrahamsson. Verdopple sich der PSA-Wert innerhalb von drei Jahren oder steige er pro Jahr um mehr als 2 ng/ml an, dann spreche das für eine Operation. Das gleiche gelte, wenn sich die Histologie in Richtung eines Gleason-Scores von 7 oder höher verändert.

So eindeutig wie diese Regeln klingen ist die Sache aber leider nicht. "Wahrscheinlich ist eine Verdopplung innerhalb von zwei, nicht drei Jahren ein besserer Indikator", so Abrahamsson. Daten aus Vergleichsstudien gebe es dazu aber genauso wenig wie zu der Frage, wie oft Kontrollbiopsien nötig sind. "Wir empfehlen nach einem Jahr. Viele andere machen es erst nach zwei Jahren."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Abb. 1: Reduktion von HWI-Rezidiven nach initialer Verordnung des Phytotherapeutikums im Vergleich zur initialen Verordnung eines Antibiotikums

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Real-World-Daten zu unkomplizierten Harnwegsinfektionen

Pflanzliches Arzneimittel: weniger Rezidive als unter Antibiotikum

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Repha GmbH Biologische Arzneimittel, Langenhagen
Abb. 1: Typische Laborbefunde bei paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1, 7, 8]

Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie

Unklare Hämaturie – auch an PNH denken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Im alten Praxisverwaltungssystem kennen Arzt, Ärztin und Team jeden Kniff. Nach dem Wechsel will vieles neu gelernt sein. Auf die Dauer kann es sich dennoch lohnen, sich für ein neues, modernes System zu entscheiden, wenn der Wechsel gut vorbereitet ist.

© kozirsky / stock.adobe.com

Kollegen-Tipps zum PVS-Umstieg

Praxisverwaltungssystem erfolgreich wechseln: Auf diese Punkte kommt es an