Zeckenbedingte Erkrankungen

Für FSME-Impfungen ist die Zeit günstig

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FRANKFURT AM MAIN (ner). Jetzt ist die optimale Zeit, um eine FSME-Grundimmunisierung zu beginnen oder abzuschließen, sagen Experten. Wer vergangenes Jahr aufgrund des Impfstoff-Engpasses bei seinen Patienten die Impfserie nicht abschließen konnte, sollte dies jetzt unbedingt tun.

Wer in einem FSME-Risikogebiet von einer Zecke gestochen wurde, hat ein Risiko von 1 zu 300 bis 1 zu 10 000, an FSME zu erkranken.

Wer in einem FSME-Risikogebiet von einer Zecke gestochen wurde, hat ein Risiko von 1 zu 300 bis 1 zu 10 000, an FSME zu erkranken.

© Foto: Novartis Behring

Durch eine einmal abgeschlossene Grundimmunisierung (drei Impfungen) werde ein Immungedächtnis aufgebaut, das auch bis zu zehn Jahre später noch mit einer einzigen Impfdosis boosterfähig sei. Das hat Dr. Christian Schönfeld vom Institut für Tropenmedizin in Berlin betont. Nach den ersten zwei Impfungen dagegen falle der Antikörper-Titer relativ schnell wieder ab, so Schönfeld bei einer Veranstaltung von Novartis Behring in Frankfurt am Main.

Professor Peter Kimmig vom Landesgesundheitsamt in Stuttgart warnte bei der Veranstaltung davor, in den Impfaktivitäten nachzulassen. Zwar sei die Zahl der FSME-Erkrankungen 2007 in Deutschland deutlich zurückgegangen. Auf lange Sicht sei aber mit weiter steigenden Erkrankungszahlen zu rechnen. Hinweise dafür gebe es aus systematischen Datensammlungen aus Schweden, dem Baltikum und Tschechien.

Die Durchimpfungsraten liegen in den deutschen Endemiegebieten bei lediglich zehn bis 20 Prozent. Mit einem dauerhaften Rückgang von FSME sei aber erst ab Durchimpfungsraten von 50 Prozent zu rechnen. Nach dem "Rekordjahr" 2006 mit 540 Erkrankungen war die Zahl 2007 trotz des milden Winters deutlich auf 241 zurückgegangen. Die klimatischen Bedingungen für Zecken und Nager, wichtige Wirtstiere der Flaviviren, hätten zumindest ein weiter hohes Niveau der FSME-Fallzahlen erwarten lassen.

Über Gründe für den Rückgang könne nur spekuliert werden, so Kimmig. Infrage käme eine durch schlechtes Wetter bedingte verringerte Exposition der Bevölkerung: "Die Leute sind nicht so viel rausgegangen", sagte er. Prinzipiell sei es nicht möglich, aufgrund des Temperaturverlaufs eines Jahres auf die Erkrankungsraten zu schließen, dazu gebe es zu viele Einflussfaktoren auf die Infektionsgefahr.

Ärztemerkblatt FSME: www.rki.de

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