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Sexualmedizin

Für Männer sind einige Frauen besonders dufte

Für Männer-Nasen duften einige Frauen besser als andere. Nämlich diejenigen, die für die Fortpflanzung am "fittesten" sind, berichten Forscher aus der Schweiz. Sie haben 57 Männer den Duft von Frauen beurteilen lassen.

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Schnuppern gehört zur Partnersuche: Männer erhalten über den Duft unbewusst auch Informationen über die Fruchtbarkeit der Frau.

Schnuppern gehört zur Partnersuche: Männer erhalten über den Duft unbewusst auch Informationen über die Fruchtbarkeit der Frau.

© pressmaster / stock.adobe.com

BERN. Wir trauen nicht nur unseren Augen, sondern folgen auch unserer Nase: Bei der Wahl eines Partners spielt auch der Geruch eine wichtige Rolle, berichtet die Universität Bern in einer Mitteilung. Bisherige Studien zeigen, dass Frauen, bedingt durch ihren Monatszyklus, für Männer zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedlich gut riechen: Am attraktivsten duftet eine Frau in der männlichen Nase während der fruchtbarsten Tage ihres Zyklus – in der Zeit also, in der sie sich tatsächlich fortpflanzen kann.

Was bisher nicht beantwortet war: Gibt es zwischen den individuellen Düften der Frauen ebenfalls einen Unterschied, riechen bestimmte Frauen "besser" als andere?

Jetzt hat ein Team um Professor Daria Knoch von der Abteilung Sozialpsychologie und Soziale Neurowissenschaft der Universität Bern gezeigt, dass dem tatsächlich so ist: Der Duft bestimmter Frauen ist für Männer universell besser als derjenige anderer, heißt es in der Mitteilung.

Den Grund dafür haben die Forscher ebenfalls herausgefunden: Verantwortlich für die "dufte" Wahl der Männer sind die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron (Proceedings of the Royal Society B, 12. September 2018).

Evolutionsbiologisch sinnvoll

Je nach dem Spiegel der Sexualhormone werden die Frauen von Männern attraktiver wahrgenommen oder eben weniger: "Frauen mit hohen Östrogen- und niedrigen Progesteronwerten sind olfaktorisch am anziehendsten für Männer", fasst Daria Knoch die Ergebnisse der Studie in der Mitteilung zusammen. Was für die Forscherin aus evolutionsbiologischer Sicht zweifellos Sinn macht: Diese Hormonspiegel – viel Östrogen, wenig Progesteron – deuten auf eine hohe weibliche Fruchtbarkeit hin. Männer suchen gemäß Evolutionstheorie nach Frauen, mit der sie sich möglichst erfolgreich fortpflanzen können.

Untersucht hatten die Forscher auch andere Faktoren, die den Geruch beeinflussen könnten: Das Stresshormon Cortisol sowie auch bestimmte Gene, die das Immunsystem prägen. "Einige Studien postulieren nämlich, dass die Wahl eines Partners auf möglichst unterschiedlichen Immunsystemen von Mann und Frau gründet, damit der Nachwuchs ein möglichst gutes Abwehrsystem gegen Erreger in die Wiege gelegt bekommt", wird Studienautor Privatdozent Dr. Janek Lobmaier von der Abteilung Sozialpsychologie und Soziale Neurowissenschaft in der Mitteilung zitiert.

Doch die Resultate zeigen eindeutig, dass diese beiden Faktoren keinen Einfluss auf die Attraktivität des weiblichen Geruchs haben.

Hormone im Speichel analysiert

Für ihre Studie hatten die Forscher 28 Frauen und 57 Männer ausgesucht. Die Frauen, die ihren Duft spendeten, folgten "einem strengen Protokoll, um alle Faktoren zu minimieren, die den Duft verfälschen könnten", so Lobmaier. So durften sie nicht mit der "Pille" verhüten, in der Zeit der Dufterhebung nicht mit jemandem ihr Bett teilen, sie wuschen sich mit neutralen Duschmitteln, tranken an diesen Tagen keinen Alkohol und aßen keine scharfen Speisen.

Zur Zeit der höchsten Fruchtbarkeit klebten sie über Nacht Baumwolle-Pads in die Achselhöhlen, um ihren ganz individuellen Geruch "einzufangen". Über Speichelproben wurden ihre Hormonspiegel bestimmt. Später im Labor schnupperten die Männer an den Baumwolle-Pads und verteilten für jeden Geruch, den sie wahrnahmen, 0 bis 100 Punkte.

"Reproduktive Hormone sind Hinweise für die Fruchtbarkeit der Frau. Und je höher deren Spiegel ist, desto attraktiver wirkt die Frau auf Männer", sagt Lobmaier. Östrogen zum Beispiel wirke auch positiv auf die visuelle weibliche Anziehungskraft, wie Studien zeigten: Hohe Östrogenspiegel machen Gesicht und Körper der Frau attraktiv für Männer.

Und eben auch ihr Duft – auf jeden Fall bei Frauen, die nicht hormonell verhüten. Wie es sich mit der Pille verhält, wurde nicht untersucht: "Es ist aber zu vermuten, dass die hormonelle Verhütung den körpereigenen Geruch verfälschen kann", so Knoch. (eb/eis)

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