Für Parkinson-Kranke gibt es bald einen weiteren MAO-B-Hemmer

FRANKFURT / MAIN (grue). Das neue Parkinson-Medikament Rasagilin, ein Hemmer des Enzyms Monoaminoxidase B (MAO-B), wird einmal täglich eingenommen. Allein oder in Kombination mit L-Dopa bessern sich damit die motorischen Funktionsstörungen.

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Rasagilin hemmt bei täglicher Einmal-Einnahme MAO-B vollständig und irreversibel. Im Vergleich zum MAO-B-Hemmer Selegilin wird es nicht zu Amphetamin-Derivaten abgebaut. Rasagilin ist gut verträglich und einfach in der Anwendung, da die Dosis nicht auftitriert werden muß. Darauf wies Professor Lutz Lachenmayer aus Hamburg bei einer Veranstaltung von Lundbeck und Teva Pharma in Frankfurt / Main hin.

Der neue Enzymhemmer ist bei früher und fortgeschrittener Parkinson-Krankheit wirksam, was in Studien mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr belegt ist. Rasagilin erhöht die Dopamin-Verfügbarkeit im Gehirn und kann auch zusammen mit anderen Parkinson-Präparaten wie L-Dopa, Dopamin-Agonisten oder einem COMT-Hemmer verwendet werden.

Durch Therapie mit Rasagilin verkürzte sich bei Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Krankheit die Zeit relativer Unbeweglichkeit (Off-Zeit), wie in einer Phase-III-Studie mit 472 Parkinson-Patienten belegt wurde. Die Patienten hatten im Schnitt täglich 2,5 Stunden Off-Phasen, also Phasen schlechter Beweglichkeit.

Sie wurden zusätzlich zur bisherigen Therapie über 26 Wochen täglich mit 1 mg oder 0,5 mg Rasagilin oder mit Placebo behandelt. Verglichen mit Placebo reduzierten sich die Off-Phasen in der Gruppe mit 1 mg Rasagilin im Durchschnitt um eine Stunde und mit 0,5 mg der Substanz um eine halbe Stunde. Zudem verbesserte sich die mit einer Punkteskala gemessene Fähigkeit, im Alltag zurechtzukommen.

"Rasagilin wirkte auf Akinese, Rigor und Tremor, also auf alle Hauptsymptome", sagte Lachenmayer.

In einer weiteren Studie wurde zur L-Dopa-Therapie entweder 1 mg Rasagilin täglich oder 200 mg Entacapon zu jeder Levodopa-Dosis oder Placebo gegeben. Sowohl mit der Rasagilin- als auch mit der Entacapon-Kombination verkürzten sich die Off-Zeiten, mit Rasagilin war die Beweglichkeit aber etwas besser. Mit den beiden Therapien kam es im Vergleich zu L-Dopa plus Placebo etwas häufiger zu Dyskinesien. Das lasse sich durch eine Reduktion der L-Dopa-Dosis wohl vermeiden, so Lachenmayer.

Rasagilin soll noch in diesem Jahr als Azilect® in Deutschland auf den Markt kommen.

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