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Gegen Melanom sind vielfältige Strategien im Test

BERLIN (ugr). Die Behandlung von Patienten mit einem Melanom im fortgeschrittenen, metastasierten Stadium bereitet weiterhin große Probleme, wie es beim Krebs-Kongress in Berlin hieß. Gegen konventionelle Chemotherapien entwickeln bösartige Hauttumoren rasch Resistenzen. Innovative Therapien mit pegyliertem Interferon, Multikinase-Hemmern oder Antikörpern geben jedoch Anlass zur Hoffnung.

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Jährlich erkranken in Deutschland annähernd 15 000 Menschen (8400 Frauen, 6500 Männer) an einem Melanom - Tendenz steigend. Die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt aufgrund der guten Heilungsaussichten im Frühstadium bei 88 (Frauen) und 84 Prozent (Männer). Ganz anders ist das im Stadium III - Absiedelung in die nächstgelegenen Lymphknoten oder Hautmetastasen in der Umgebung: Hier liegt die Rate bei 40 Prozent. Im Stadium IV mit Metastasen in weiter entfernten Lymphknoten oder anderen Organen liegt sie bei weniger als 10 Prozent. Limitierend für die Überlebensrate wirkt sich vor allem die meist frühe Metastasierung aus.

In dieser Situation werden derzeit mehrere alternative Therapieverfahren angewendet und erprobt. Sie bieten in der Regel nur eine zeitweilige Besserung, haben meist noch keine Aussicht auf Heilung. "Eine standardisierte Chemotherapie, die eine Verlängerung der Überlebenszeit ermöglicht, ist nicht etabliert", sagte Professor Ulrich Keilholz aus Berlin. Angewandt werden etwa Dacarbazin (DTIC) oder das noch nicht zugelassene Fotemustin, Paclitaxel oder Carboplatin als Mono- oder Kombinationstherapie. Untersucht wird derzeit ebenfalls, inwieweit pegyliertes Interferon-alfa die Therapie verbessern kann. Die immunmodulierende Substanz eignet sich vor allem für Risikopatienten mit hoher Tumordicke sowie bei Lymphknotenmetastasen.

Die Rezidivrate kann Studien zufolge über fünf Jahre um 15 Prozent gesenkt werden. Eine Zulassung von pegyliertem Interferon wird zunächst in den USA erwartet.

Frühe Metastasierung senkt die Fünf-Jahres-Überlebensrate.

In der experimentellen Melanomtherapie sind Multikinase-Hemmer von besonderer Bedeutung. Sorafenib etwa erzielte viel versprechende Resultate in einer US-Studie der Phase II mit 105 Patienten. Bei 85 Prozent konnte eine Remission oder Stabilisierung der Metastasierung erreicht werden. Bei einer Überprüfung der Ergebnisse in einer randomisierten Phase-III-Studie ließen sich die Ergebnisse jedoch nicht bestätigen. "Im fortgeschrittenen Stadium entwickeln die Tumoren sehr schnell Resistenzen und umgehen auch die Kinase-Hemmung", erläuterte Professor Jürgen Becker aus Würzburg. Die zielgerichtete Therapie sei beim Melanom offensichtlich "noch nicht richtig angekommen". In künftigen Studien müsse es darum gehen, Cocktails von Kinase-Hemmern zu verwenden und diese etwa mit Interferonen und Zytostatika zu kombinieren, so Becker.

T-Zellrezeptor im Fokus der Onkologen

Erfolg versprechend könnte eine Therapie mit Antikörpern gegen den Rezeptor CTLA-4 auf T-Zellen sein. Antikörper können dem Immunsystem bei der Zerstörung des Tumors helfen, indem sie die T-Zell-Antwort sowie die Entwicklung von spezifischen T-Lymphozyten gegen Tumorantigene verbessert. Diese Therapie-Optionen sind meistens besser verträglich und effektiver, da sie spezifisch auf das Tumorgewebe zielen und das übrige Gewebe schonen. "Hier liegen erste Daten von Phase-II-Studien vor, die mit Patienten im Stadium IV gemacht wurden. Sowohl Hautmetastasen als auch Absiedelungen in den Organen haben auf die Behandlung angesprochen", sagte Professor Dirk Schadendorf vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Ergebnisse neuer Studien mit Antikörpern Ende Mai erwartet

Weitere Antikörper befinden sich in der Entwicklung. Auch werden neue Strategien zur Vakzinierung erprobt und mehrere Substanzen zur Kombinationstherapie geprüft. Mit Studienergebnissen, auch aus eigenen Untersuchungen, rechnet Schadendorf frühestens zum Kongress der USamerikanischen Krebsgesellschaft ASCO Ende Mai in Chicago.

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