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Familiärer Hyperaldosteronismus Typ II

Geheimnis um seltene Erbkrankheit gelüftet

Forscher haben die Ursache einer familiären Form von Hyperaldosteronismus entdeckt, die vor 25 Jahren erstmals bei einer Großfamilie festgestellt wurde.

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BERLIN. Vor 25 Jahren wurde bei einer australischen Familie erstmals eine spezielle erbliche Form des Bluthochdrucks beschrieben, deren genetische Ursache bisher unentdeckt blieb. Mittels moderner Sequenzierungsmethoden ist es einem internationalen Forscherteam um Professor Ute Scholl vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) nun gelungen, bei dieser und sieben weiteren Familien eine neue Genmutation nachzuweisen, die für die Entstehung des familiären Hyperaldosteronismus Typ II verantwortlich ist (Nature Genetics 2018; online 5. Februar).

Ursache der Erkrankung ist demnach eine Mutation im CLCN2-Gen, wie das BIH berichtet. Bisher sei CLCN2 nicht mit der Blutdruckregulation in Zusammenhang gebracht worden.

Das Gen trägt die Information für den Bau eines Kanals in der Zellmembran, durch den Chloridionen hindurchwandern können. Solche Chloridkanäle regulieren ja in den Nebennierenzellen die Spannung, die über der Zellmembran anliegt, und steuern die Bildung des Hormons Aldosteron.

Die Mutation im CLCN2-Gen bei Patientinnen und Patienten mit familiärem Hyperaldosteronismus hat zur Folge, dass sich die Spannung ändert und dadurch zu viel Aldosteron gebildet wird. Dadurch kommt es zu Hypertonie.

"Patienten mit Verdacht auf einen familiären Hyperaldosteronismus und deren Angehörige profitieren von unseren Studienergebnissen, weil sie sich künftig auf Mutationen im Gen CLCN2 untersuchen lassen können", wird Erstautorin Scholl in der Mitteilung des BIH zitiert.

Außerdem hätten Studienteilnehmer auf Medikamente angesprochen, die bereits zur Behandlung des Hyperaldosteronismus eingesetzt werden.

"Bei Familien, bei denen ein familiärer Hyperaldosteronismus Typ II auftritt, ist durch die Identifizierung der genetischen Ursache nicht nur eine frühere Erkennung der Erkrankung möglich, sondern auch eine gezielte Behandlung", berichtet Studienautorin Scholl.

In Zukunft wollen die Wissenschaftler ihre Forschungserkenntnisse weiter vertiefen und die Funktion und die Regulation der Chloridkanäle in der Nebenniere weiter untersuchen, um bessere Behandlungskonzepte für Patienten entwickeln zu können. (eb)

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