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Neurowissenschaft

Gehirn gewöhnt sich an Anblick von Schmerz

Göttinger Wissenschaftler analysieren mittels fMRT Hirnstrukturen beim Beobachten von Schmerz.

Veröffentlicht:

GÖTTINGEN. Das menschliche Gehirn gewöhnt sich an den Anblick von Schmerz. Das haben Wissenschaftler der Universität und Universitätsmedizin Göttingen herausgefunden. Die Forscher analysierten mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) die Hirnstrukturen von Probanden, denen Fotos gezeigt wurden, auf denen anderen Menschen akuter Schmerz zugefügt wird (Plos One 2015; online 28. August).

Frühere Studien hätten gezeigt, dass beim Beobachten von Schmerz teilweise ähnliche Hirnstrukturen aktiviert werden wie bei eigenen Schmerzerfahrungen. Forscher interpretieren diese Aktivierungen als mögliche neuronale Entsprechungen von Empathie. Diese Entsprechung konnten auch die Göttinger Forscher in ihrer Studie beobachten, heißt es in einer Mitteilung der Uni.

Darüber hinaus untersuchten sie den zeitlichen Verlauf der neuronalen Reaktionen und überprüften, ob diese sich beim wiederholten Betrachten der Fotos verändern. "Wir haben herausgefunden, dass die neuronale Reaktion beim wiederholten Betrachten der Fotos abnimmt, bestimmte Hirnareale also habituieren", erläutert Dr. Mira Preis, Erstautorin der Studie und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Universität Göttingen in der Mitteilung.

"Dies ist umso erstaunlicher, weil die Probanden den Schmerz der beobachteten Personen im Verlauf der Untersuchung gleich einschätzten."

Für Menschen, die regelmäßig mit dem Schmerz anderer Menschen konfrontiert sind, zum Beispiel Ärzte, Pflegepersonal oder Angehörige von schwer kranken Patienten, könnte diese Gewöhnung eine sinnvolle Reaktion darstellen.

"Diese Menschen können sich dann darauf konzentrieren, anderen Menschen zu helfen, ohne durch zu starke Emotionen gelähmt zu sein", so Preis. (eb)

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