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Gemeinsame Anstrengung für bessere Schmerzbekämpfung

NEU-ISENBURG (eb). Viele Schmerz-Patienten wenden sich erst spät oder gar nicht an ihren Arzt, bestätigen jetzt neue Studiendaten aus acht europäischen Ländern. Und: Patienten mit chronischen Schmerzen in Deutschland und europaweit sind gar nicht oder nicht ausreichend mit Analgetika versorgt. Diese Defizite hat jetzt auch wieder die deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes beklagt. Der heutige "Global Day Against Pain", gleichzeitig Start der "Europäischen Woche gegen Schmerzen" soll einen Impuls geben, hier aktiv zu werden.

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Etwa 20 Prozent der Erwachsenen in den Industrieländern leiden unter chronischen Schmerzen, teilen die IASP (International Association for the Study of Pain) und die EFIC (European Federation of IASP Chapters), Organisatoren des heutigen "Global Day Against Pain" mit. Der größte Anteil der Betroffenen (30 bis 40 Prozent) sind Patienten mit muskuloskelettalen Beschwerden oder Gelenkschmerzen, etwa aufgrund einer Arthrose oder rheumatoider Arthritis.

Bis zu 27 Prozent der Patienten mit muskuloskelettalen Schmerzen haben ihr Problem bisher nicht mit ihrem Arzt besprochen, hat jetzt eine Studie in acht europäischen Ländern - eines davon war Deutschland - zur Versorgung dieser Kranken ergeben (Ann Rheum Dis 63, 2004, 342). Autor der Studie, an der fast 1500 Hausärzte und fast 6000 Patienten teilgenommen haben, ist Professor Anthony D. Woolf vom Royal Cornwall Hospitals Trust, Treliske, Truro in Großbritannien. Sie wurde vom Unternehmen Pfizer unterstützt.

Mindestens 38 Prozent dieser Patienten hatten täglich Schmerzen. Die Rate von Patienten mit einer Pharmakotherapie lag zwischen 34 Prozent in Italien und 64 Prozent in Großbritannien, wobei Deutschland nur wenig besser abschnitt als Italien.

Auch die Versorgung von Migräne-Kranken ist längst noch nicht zufriedenstellend. Das hat sich bei der von MSD unterstützten MELT (Migraine‘s effect on life and treatment)-Studie herausgestellt. In MELT wurden mehr als 1800 berufstätige oder studierende Migräne-Patientinnen in acht europäischen Ländern und Israel befragt. Die Studie, die in den Fachzeitschriften "Current Medical Research and Opinion" (20, 2004, 1595) und "Nervenheilkunde" (23, 2004, 297) veröffentlicht worden ist, belegt, daß drei von vier Betroffenen sich während einer Migräne-Attacke nicht in der Lage sahen, den Anforderungen bei der Arbeit oder beim Studium zu genügen.

Neun von zehn Frauen in Deutschland sagen, daß ihr Leben besser wäre, wenn sie keine Migräne oder schweren Kopfschmerzen hätten. Nur zehn Prozent der Migräne-Patientinnen in Deutschland bekamen ein Triptan (wie berichtet). Und das, obwohl bekannt ist, daß jede Dritte schwere Attacken hat. Darauf weist Professor Gunther Haag aus Königsfeld hin, der den deutschen Teil der Studie betreut hat.

Im europäischen Vergleich waren nur Migräne-Patientinnen aus Spanien (acht Prozent), Italien (vier Prozent) und Griechenland (ein Prozent) noch schlechter mit Triptanen versorgt als die deutschen Patientinnen. Besonders gut hatten es die Skandinavierinnen (37 bis 50 Prozent).

Infos zum Global Day Against Pain: www.iasp-pain.org, www.efic.org, IASP und EFIC sind auch zu erreichen über www.dgss.org. Die DGSS, die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes, ist eine Sektion von IASP und EFIC.

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