Gentechnik

Genomforscher wird zum gläsernen Patienten

NEW YORK (dpa). Craig Venter war der Erste, der das menschliche Erbgut - zusammengestellt aus mehreren Menschen - entziffert hat. Nun hat der US-Genpionier sein eigenes Genom entschlüsseln und veröffentlichen lassen.

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Venters komplettes Genom wurde in einer 32 Seiten langen Abhandlung über die erste "Entschlüsselung einer diploiden menschlichen Genomsequenz" in der Online-Ausgabe des Wissenschaftsjournals "PLoS Biology" vorgestellt. Eine Erkenntnis daraus ist, dass Menschen sich genetisch weit mehr voneinander unterscheiden als bislang angenommen.

"Mit dieser Veröffentlichung zeigen wir, dass die Variationen von Mensch zu Mensch sieben Mal größer sind als zuvor geschätzt. Das heißt, dass wir Menschen genetisch gesehen wirklich Individualisten sind", sagte Venter.

Venters Genom wurde mit der Sanger-Technologie sequenziert und zeichnet sich dem Forscher zufolge durch höchste Genauigkeit aus. Es biete sich daher als Grundlage zum Vergleich künftiger Erbgutstudien an.

Der Wissenschaftler hat bei der Sequenzierung auch gleich nach seinen Krankheitsanlagen gespäht. Insgesamt ist man bei den 2,81 Milliarden entzifferten Buchstaben des Venterschen Körperbauplans auf mehr als 300 Krankheitsgene und auf 4000 bislang unerforschte Varianten der rund 25 000 bekannten menschlichen Gene gestoßen. Venter selbst zieht aus den Daten die Konsequenz, fortan cholesterinsenkende Mittel einzunehmen. Denn er trägt - dem Erbgut nach zu urteilen - die Anlage für schwere Herzprobleme. Und Venters Vater war 59-jährig an einem Infarkt gestorben.

Bereits vor zwei Monaten hatte zudem der Mitentdecker der DNA-Struktur, der Nobelpreisträger James Watson, sein entschlüsseltes Erbgut auf der Internetseite des Cold Spring Harbor Laboratoriums bei New York - teilweise - veröffentlichen lassen.

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