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US-Studie zeigt

Gepanschte Muttermilch aus dem Netz birgt große Gefahren

Vor den gesundheitlichen Risiken von Muttermilch aus dubiosen Internet-Börsen wird schon länger gewarnt. Jetzt haben US-Forscher Stichproben analysiert - mit teils erschreckenden Ergebnissen.

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Vertrauen, möglichst auch persönliches Kennenlernen sind wichtig, wenn eine Mutter von einer anderen abgepumpte Muttermilch kauft.

Vertrauen, möglichst auch persönliches Kennenlernen sind wichtig, wenn eine Mutter von einer anderen abgepumpte Muttermilch kauft.

© spunk74 / fotolia.com

COLUMBUS/OHIO. Die Kontamination von Muttermilch, die im Internet zum Kauf angeboten wird, erfolgt möglicherweise nicht immer unabsichtlich.

US-amerikanische Ärzte haben bei Stichproben entdeckt, dass jeder zehnten Milch erhebliche Mengen an Kuhmilchprodukten zugesetzt waren.

"Bei Kindern mit Kuhmilch-Allergie oder -Unverträglichkeit könnte die Milch Probleme verursachen", warnen Sarah A. Keim und Kollegen von der Ohio State University (Pediatrics 2015; online 6. April 2015).

Mit Kuhmilch verunreinigt

Die Ärzte hatten bei Online-Börsen anonym 102 Muttermilchen bestellt. Die daraus extrahierte DNA testeten sie per Real-Time-PCR auf ein mitochondriales Gen (NADH-Dehydrogenase-Untereinheit 5) von Mensch und Rind.

Die gute Nachricht: Alle Proben enthielten humane DNA. Die schlechte: In elf Proben fand sich außerdem bovines Erbgut.

Um den Volumenanteil der Kuhmilch abschätzen zu können, rührten die Mediziner im Labor definierte Mengen von Muttermilch und Kuhmilch bzw. Kuhmilch-basierter Formulanahrung zusammen und unterzogen sie dem gleichen Prozedere zur Amplifikation mitochondrialer DNA.

Der Vergleich ergab, dass zehn der Muttermilchen aus dem Online-Verlauf zu mindestens zehn Prozent aus Kuhmilchprodukten bestanden und damit eine zufällige Verunreinigung praktisch ausgeschlossen war.

Auch Unterschiede in der Ernährung, so die Studienautoren, könnten so große Mengen boviner DNA in der Muttermilch nicht erklären.

Hohes Ansteckungsrisiko

Auf diese und weitere Gefahren des Internethandels mit Muttermilch wurde kürzlich auch in einem Editorial hingewiesen (BMJ 2015; online 24. März).

Sarah Steele von der University of London und ihre Kollegen warnen vor "einem hohen Risiko für Ansteckung mit übertragbaren Krankheiten, Verunreinigungen und Manipulation".

Im Gegensatz zu den Spenderinnen von Frauenmilchbanken in Kliniken werden die Frauen nicht serologisch untersucht, können also beispielsweise mit Hepatitis B oder C oder HIV infiziert sein.

In Stichproben wurden bei Milch aus Internetbörsen teilweise auch starke bakterielle Kontaminationen nachgewiesen, wahrscheinlich begünstigt durch ungeeignete Lagerungs- und Versandbedingungen.

In Einzelfällen wurden in der Versandmilch sogar giftige Stoffe wie Bisphenol A und illegale Drogen entdeckt.

Die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät ausdrücklich von der Abgabe von ungeprüfter Muttermilch über private Vermittlungsstellen ab.

Die damit verbundenen Risiken seien "nicht kontrollierbar und insgesamt zu groß", so eine BfR-Stellungnahme.

Der Internethandel mit Muttermilch hat zwar vor allem in den USA rasant zugenommen, wird aber auch andernorts populärer.

In Deutschland können stillende Mütter ihren Milchüberschuss seit 2014 über zum Verkauf anbieten. Für 100 ml werden dort zwischen 0 und 5 Euro verlangt. (BS)

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