Direkt zum Inhaltsbereich

KOMMENTAR

Geringes Risiko heißt nicht Null-Risiko

Von Ursula Gräfen Veröffentlicht:

Eine Berlinerin ist an Malaria tropica gestorben. Doch sie war weder in Kenia noch in Nigeria noch in Papua-Neuguinea gewesen. Sie war überhaupt nicht in einem Hochrisikogebiet für Malaria gewesen, sondern in Thailand, und hier nur in Regionen, die nicht als Hochrisikogebiete ausgewiesen sind.

Ihre reisemedizinischen Berater hatten sich völlig korrekt verhalten und ihr für den sechsmonatigen Aufenthalt keine Chemoprophylaxe empfohlen. Stimmen also diese Empfehlungen nicht? Sollte man sie nicht ändern und auch für solche Regionen mit nur geringem Malaria-Risiko zu einer Chemoprophylaxe raten?

Nein, sagen die Experten. Dazu seien die Inzidenzen zu gering. In Thailand infizieren sich nur einer von 35 000 bis 40 000 Reisenden mit Malaria tropica. Das rechtfertige keine Änderung der Empfehlungen.

Gefordert sind hier aber die reisemedizinischen Berater, die Hausärzte. Denn es gilt, Reisenden klar zu machen, daß "geringes Risiko" nicht etwa gleichzusetzen ist mit "Null-Risiko". Auch in Gebieten mit geringem Risiko können Anopheles-Mücken eben Malaria-Erreger übertragen. Deshalb ist gerade in solchen Regionen Schutz vor den Überträgermücken so wichtig.

Lesen Sie dazu auch: Keine Änderung bei Malaria-Empfehlungen für Thailand

Mehr zum Thema

Allgemeinmediziner gibt Tipps

Ohne MFA läuft wenig: Was beim Impfmanagement wichtig ist

Interview

Reisediarrhoe: Bei Fieber keine Selbstbehandlung

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Allgemeinmediziner gibt Tipps

Ohne MFA läuft wenig: Was beim Impfmanagement wichtig ist

Heilung wird nicht gestört

Keine Angst vor Bisphosphonaten bei frischen Frakturen

Lesetipps