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Keine Änderung bei Malaria-Empfehlungen für Thailand

DÜSSELDORF (ug). Eine 36jährige Berlinerin ist vor wenigen Wochen an Malaria tropica gestorben. Sie hatte sich in Thailand infiziert, und zwar in Regionen mit nur geringem Malaria-Risiko, für die keine Chemoprophylaxe empfohlen wird. Die Malaria-Empfehlungen für Thailand deshalb zu ändern, sei aber nicht gerechtfertigt, so das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf.

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Die Berlinerin hatte sich sechs Monate in Khoalak, Bangsak, Koh Phangan und Ranong aufgehalten und entsprechend der geltenden Empfehlungen keine Malaria-Chemoprophylaxe gemacht, berichtet das Berliner Tropeninstitut.

Wenige Tage später hätten Kollegen aus Israel von zwei 25jährigen Touristen berichtet, die nach einem 19tägigen Urlaub in Thailand ebenfalls Malaria tropica bekamen, so das CRM ("Infodienst" 11, 2006, 24). Die beiden Männer hätten sich ausschließlich auf der Insel Koh Phangan aufgehalten, für die kein Malaria-Risiko angegeben wird. Beide wurden geheilt. Ähnliche Berichte hat es auch schon 2003 über zwei deutsche Touristinnen gegeben.

    Thailand ist nicht malariafrei, das muß man Touristen klar machen.
   

Sollte man also die Malaria-Empfehlungen für Thailand ändern? Bisher gilt nach der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit: Eine regelmäßige Chemoprophylaxe wird nur empfohlen für Gebiete mit hohem Risiko, das sind das nordwestliche Grenzgebiet zu Myanmar sowie die Provinz Trat im Grenzgebiet zu Kambodscha. Für alle anderen Gebiete Thailands wird entweder zur Stand-by-Medikation oder nur zu Mückenschutz geraten.

Das sollte auch so bleiben, so die Reisemediziner des CRM. Etwa 400 000 Deutsche reisen pro Jahr nach Thailand. Die Inzidenzen für eine Infektion mit Plasmodium falciparum, dem Erreger der Malaria tropica, werde in einigen Studien mit 1 auf 35 000 bis 40 000 angegeben. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben sich 2005 drei Touristen in Thailand mit Malaria infiziert, davon einer mit Malaria tropica, 2004 waren es sechs (zwei mit Malaria tropica) und 2003 nur zwei (einer mit Malaria tropica).

"Die Inzidenzen sind so gering, daß eine Chemoprophylaxe für den Durchschnittstouristen bei Aufenthalten und Rundreisen in diesem Land in der Risiko-Nutzen-Abwägung generell nicht vertretbar ist", heißt es. Wichtig aber sei, in der reisemedizinischen Beratung klar zu machen, daß Thailand nicht malariafrei ist, daß guter Mückenschutz nötig ist und daß bei Fieber sofort ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Geringes Risiko heißt nicht Null-Risiko

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