Infektionen

Gesund unter Wasser: Worauf Taucher achten sollten

Auf Auslandstauchbasen wird oft die Vorlage eines gültigen Zeugnisses der Tauchtauglichkeit gefordert.

Von Privatdozent Tomas Jelinek Veröffentlicht:
Gute Vorbereitung einschließlich medizinischer Beratung - dann bleibt Tauchen ein Spaß.

Gute Vorbereitung einschließlich medizinischer Beratung - dann bleibt Tauchen ein Spaß.

© underwaterpics / fotolia.com

In Deutschland gibt es nach Schätzungen 1,5 bis zwei Millionen Sporttaucher. Die meisten von ihnen üben ihr Hobby in den warmen Gewässern von Urlaubsregionen aus.

Vor der Abreise sollte dabei die Tauchtauglichkeit von einem tauchmedizinisch erfahrenen Arzt überprüft werden. Oft ist der Sport nämlich eine ungewohnte, körperliche Belastung. Auf vielen Auslandstauchbasen wird zudem die Vorlage eines gültigen Zeugnisses der Tauchtauglichkeit gefordert.

An Land sind Taucher darüber hinaus natürlich auch den allgemeinen Gesundheitsrisiken am Urlaubsziel ausgesetzt. Deshalb sollten vor der Reise der Standardimpfschutz sowie - je nach Reiseland - weitere Impfungen überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.

Hepatitis-A-Impfung nicht vergessen

Für die meisten Tauchregionen ist eine Hepatitis-A-Impfung angezeigt. Urlauber sollten zudem Impfschutz gegen Tetanus haben, da es beim Tauchen öfter zu Hautverletzungen kommt. Ist eine medikamentöse Malariaprophylaxe erforderlich, müssen Tauchurlauber sorgfältig über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt werden.

Denn Mefloquin kann unter anderem Schwindel, Sehstörungen oder Panikattacken auslösen. Treten diese Symptome auf, darf nicht mehr weiter getaucht werden. Deshalb kann es bei Tauchurlaubern sinnvoll sein, von vorneherein ein alternatives Malariamittel zu verordnen.

Ein häufiges Problem beim Tauchen in warmen Meeren ist eine Otitis externa ("swimmer's ear"). Durch Vermeidung von Manipulationen im Gehörgang und dem Ausspülen mit Süßwasser nach dem Tauchgang lässt sich vorbeugen, ebenso mit desinfizierenden Ohrentropfen ("Ehm'sche Tropfen").

Anschließend ist die Rückfettung des Gehörgangs mit Olivenöl oder Panthenol empfehlenswert. Für den Fall, dass trotz dieser Maßnahmen Beschwerden auftreten, sollte die Reiseapotheke von Tauchern immer auch antibiotikahaltige Ohrentropfen enthalten.

Wichtig für regelmäßige Urlaubstaucher ist außerdem der Abschluss einer speziellen Tauchunfallversicherung. Denn die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung bei einem Tauchunfall im Ausland nicht.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

"Ein Taucher, der nicht taucht, taucht nix"?

Morgens noch im Flieger auf 10.000 M Höhe mit einem Kabinendruck, der etwa 3.000 Meter Seehöhe entspricht und nachmittags der erste Tauchgang - "man gönnt sich ja sonst nichts" - das ist eine Überforderung für den Druckausgleich beim Tauchen und gefährlich. Auch beim Rückflug sollte der letzte Tauchgang mindestens 24 Stunden zurückliegen. MfG


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