Direkt zum Inhaltsbereich

Ginkgo-Extrakt stärkt bei Demenz Hirnleistung

KÖLN (mut). Eine Therapie mit einem Spezialextrakt aus Ginkgo biloba kann die kognitive Leistung bei Demenz-Patienten verbessern. Das bestätigt eine Studie mit 400 Teilnehmern.

Veröffentlicht:

Von den Patienten hatten 214 eine Alzheimer-Demenz und 181 eine vaskuläre Demenz. Die Teilnehmer wurden 22 Wochen lang mit Placebo oder dem Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761® (Tebonin®) behandelt, und zwar mit 240 mg täglich. Das hat Professor Ralf Ihl aus Köln berichtet.

Im Schnitt erreichten die Teilnehmer der Verum-Gruppe zu Beginn einen Wert von 15,6 Punkten mit dem Syndrom-Kurztest (SKT), in der Placebogruppe waren es 15,4 Punkte. Der Test reicht bis 27 Punkte (schwere Demenz), kognitive Auffälligkeiten beginnen bei 4 Punkten, sagte Ihl auf einer Veranstaltung vom Unternehmen Dr. Willmar Schwabe. Primärer Endpunkt der Studie war der SKT-Wert nach 22 Wochen.

Das Ergebnis: Mit Placebo hatte der SKT-Wert um etwa 1,3 Punkte zugenommen, mit dem Extrakt dagegen um etwa 3,3 Punkte abgenommen. Der Unterschied von etwa 4,6 Punkten war statistisch signifikant, so Ihl. Über 50 Prozent der Patienten hatten auf die Therapie mit dem Extrakt angesprochen, definiert als Abnahme des SKT-Wertes um mindestens vier Punkte. Mit Placebo waren es weniger als fünf Prozent, die dieses Ziel erreichten.

Auch Verhaltensauffälligkeiten gingen mit der Ginkgo-Therapie zurück: Gemessen mit dem Neuropsychiatrischen Inventar (NPI, maximal 144 Punkte bei schwersten Störungen) minderte sich der Wert mit dem Extrakt um knapp fünf Punkte, mit Placebo nahm er dagegen um etwa einen Punkt zu. Der Unterschied von sechs Punkten war ebenfalls signifikant. Unerwünschte Wirkungen traten mit dem Ginkgo-Extrakt nicht häufiger auf als mit Placebo, so Ihl.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Robert Koch-Institut

Fast jeder dritte Erwachsene hört schlecht

Daten aus Japan

Extreme Hitze scheint Demenz zu beschleunigen

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst

Lesetipps
Ausgestreckte Hand gegenüber einer Impfspritze.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Patient ist nach akuter myeloischer Leukämie in Remission – welche Impfung ist ratsam?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Patient ist nach akuter myeloischer Leukämie in Remission – welche Impfung ist ratsam?

Nahaufnahme einer Ärztin, die die Schilddrüse einer Patientin mit einem Ultraschallgerät untersucht.

© [M] artem_goncharov / stock.adob

Best-Practice-Empfehlungen

Erhöhtes Schilddrüsenkrebs-Risiko unter GLP-1-RA-Therapie?