Haut-Krankheiten

Granuloma pyogenicum - ein gutartiger Tumor

FRANKFURT AM MAIN (sko). Was haben ein durch Pilzbefall hervorgerufener maulbeerartiger Tumor am Pferdehoden und ein gutartig, schnellwachsender vaskulärer Hauttumor beim Menschen gemeinsam? Vor allem eine gewisse äußere Ähnlichkeit, die zur Namensgebung des Hauttumors beigetragen hat.

Veröffentlicht: 31.01.2006, 08:00 Uhr

Der Begriff Granuloma pyogenicum wurde 1904 geprägt, nachdem zwei Chirurgen Ende des 19. Jahrhunderts diesen Hauttumor und seine Ähnlichkeit mit dem infektiösen Tumor beim Pferd beschrieben hatten.

"Allerdings konnte bis zum heutigen Tage weder eine ursächliche Bakterien- oder Pilzinfektion noch eine granulomatöse Differenzierung nachgewiesen werden", berichtet Dr. Markus Meissner, Dermatologe an der Universität Frankfurt (JDDG 12, 2005, 1007). Trotzdem hat sich der Name bis heute hartnäckig gehalten.

Bei dem Granuloma pyogenicum handelt es sich um einen gutartigen, schnell und exophytisch wachsenden, vaskulären Tumor, der nach Verletzung leicht blutet und meist im Bereich der Finger, der Gesichtshaut sowie Lippen und Mundschleimhaut zu finden ist. Die Wucherung kommt aus der Oberhaut und ist kugelartig geformt. Sie hat eine kräftige rote Farbe.

Meistens ist das Granulom nicht größer als zehn Millimeter im Durchmesser. Was das Wachstum des Tumors auslöst, ist bis heute nicht geklärt. Diskutiert werden Verletzungen oder auch hormonelle Einflüsse. Zum Beispiel entwickeln zwei Prozent der schwangeren Frauen diesen Tumor, weshalb er auch Granuloma gravidarum oder Schwangerschaftstumor genannt wird.

Meissner berichtet von einem 55jährigen Patienten mit Granuloma pyogenicum, der sich mit einem röt-lichen, schmalbasig aufsitzenden Tumor auf dem Zungenrücken vor-stellte. Meissner entfernte das Granuloma mit Hilfe eines CO2-Lasers - und das mit Erfolg: Bisher habe es noch kein Rezidiv gegeben, so der Dermatologe.

Über gute Erfolge berichten auch Ärzte der Laserklinik Karlsruhe. Dort wurden in einer Studie 100 Patienten per CO2-Laser behandelt, bei 98 von ihnen verschwand der Tumor bereits nach einer Therapiesitzung (Arch Dermatol 138, 2002, 33).

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