Grippe-Impfung rettet Menschenleben

STOCKHOLM (eis). Wer jetzt seine alten Patienten gegen Grippe impft, reduziert bei ihnen deutlich das Risiko, bei einer Grippewelle im nächsten Winter zu sterben. Das bestätigen aktuelle Daten einer dreijährigen Studie in Stockholm in Schweden.

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Die diesjährige Grippe-Impfsaison beginnt in wenigen Tagen. Impfstoff ist in Deutschland bereits erhältlich, etwa 12,4 Millionen Dosen hat die Zulassungsbehörde Paul-Ehrlich-Institut nach eigenen Angaben freigegeben. Das ist bereits mehr als halb so viel, wie im vergangenen Jahr verimpft worden ist (etwa 23 Millionen Dosen).

Zum Nutzen der Impfung haben jetzt Dr. Arke Örtqvist vom Karolinska-Institut und seine Kollegen neue Daten publiziert (Eur Res J 30, 2007, 414). Danach mussten in drei Wintern je nach Stärke der Grippewelle 297, 158 oder 743 Menschen geimpft werden, um einen Todesfall zu verhindern.

In der prospektiven Kohortenstudie war in Stockholm 1998/99, 99/00 und 00/01 allen 260 000 über 65-Jährigen die Grippe-Impfung angeboten worden. 38 bis 41 Prozent der alten Menschen hatten sich impfen lassen. Die Sterberaten bei den Geimpften und bei den Ungeimpften wurden miteinander verglichen. Teile der Studie waren bereits 2001 und 2004 publiziert worden.

In den drei Wintern starben bei den Ungeimpften 50, 46 und 42 Prozent mehr Menschen als bei den Geimpften. Allerdings ergaben sich auch in den Influenza-freien Monaten bei den Ungeimpften um 35, 25 und 37 Prozent erhöhte Sterberaten. Dies wird zum Beispiel darauf zurückgeführt, dass Schwerkranke mit nur noch wenigen Wochen Lebenserwartung meist nicht mehr geimpft werden, so Örtqvist.

Die Sterberate bei den Ungeimpften war deshalb insgesamt erhöht. Bereinigt um diesen und andere Faktoren wurde eine impfbedingte Reduk-tion der Sterberate von 14 Prozent in der ersten, 19 Prozent in der zweiten und einem Prozent in der dritten Grippesaison ermittelt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Gute Nachrichten für den Grippeschutz

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