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Grippewelle begünstigt Herzinfarkte

Als Folge der Grippewelle steigen auch die Zahlen von akuten kardiovaskulären Ereignissen.

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HANNOVER. Analog zur gestiegenen Zahl der Patienten mit schweren Grippesymptomen hat an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) auch die Zahl der Herzinfarkt-Patienten zugenommen. "Seit Jahresanfang mussten wir 92 Patienten mit Infarkt behandeln", berichtet Professor Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie, in einer Mitteilung der MHH. In Monaten ohne Grippe gebe es im Mittel 40 Infarkte, so der Kardiologe. Die Zahl der Patienten mit schweren akuten Herzerkrankungen ist aktuell um 25 Prozent erhöht. Auch mussten vermehrt Patienten mit einem Bypass versorgt werden.

Bauersachs spricht sich für die Grippe-Impfung aus. Diese "verringert bei älteren oder Risiko-Patienten eindeutig die Zahl der Herzinfarkte, leider wird sie nicht in ausreichendem Maße wahrgenommen", betont er in der Mitteilung.

Die Influenzaerkrankungen haben darüber hinaus zu einem deutlichen Anstieg bei der Zahl der Patienten mit schweren Pneumonien sowie mit Exazerbationen bei obstruktiven Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD geführt, wird Professor Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie an der MHH, in der Mitteilung zitiert. Der Pneumologe nennt zwei Hauptgründe: Zum einen habe die Impfbereitschaft deutlich nachgelassen, zum anderen hat zum zweiten Mal in Folge der verwendete Grippe-Impfstoff die zirkulierenden Virustypen nur unzureichend abgedeckt. Die dominierenden Influenza-B-Viren begünstigten zudem schwere Fälle von Myokarditis, warnt Welte. (eb/eis)

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