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Gute Noten für Östrogenrezeptor-Antagonist bei Brustkrebs

DRESDEN (awa). Der Östrogenrezeptor-Antagonist Fulvestrant ist bei der Behandlung von Frauen nach der Menopause mit fortgeschrittenem, Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs mindestens so wirksam wie der Aromatasehemmer Anastrozol. In der Zweitlinien-Therapie sprechen die Patientinnen im Median jeweils nach drei Monaten Behandlung an.

Veröffentlicht: 17.01.2006, 08:00 Uhr

Fulvestrant (Faslodex®) ist seit fast zwei Jahren zur Behandlung von Frauen in der Postmenopause bei folgenden Indikationen zugelassen: Zur Therapie bei Östrogenrezeptor-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs bei einem Rezidiv unter oder nach adjuvanter Anti-Östrogentherapie und bei Fortschreiten der Erkrankung unter endokriner Therapie.

Grundlage der Zulassung des Medikaments waren die Ergebnisse zweier Phase-III-Studien. In ihnen wurden insgesamt 350 Patientinnen nach Versagen einer Tamoxifen-Behandlung mit Fulvestrant oder Anastrozol (Arimidex®) behandelt. Daran erinnerte Privatdozentin Diana Lüftner aus Berlin.

In den Studien sprachen 19,2 Prozent der Frauen im Fulvestrant-Arm und 16,5 Prozent im Anastrozol-Arm mit kompletter oder partieller Remission an. Und: Die Zeit bis zur Progression war mit Fulvestrant etwas länger als mit Anastrozol.

Auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium in den USA ist eine neue Analyse dieser beiden Studien vorgestellt worden. Hierbei wurde retrospektiv untersucht, ob sich die unterschiedliche Pharmakokinetik der beiden Substanzen auf die Zeit bis zum Wirkeintritt am Tumor auswirkt, wie Lüftner auf einer Veranstaltung des Unternehmens AstraZeneca in Dresden berichtet hat.

Fulvestrant wird einmal im Monat intramuskulär injiziert und das Steady-State nach drei bis sechs Monaten erreicht. Anastrozol wird dagegen täglich als Tablette eingenommen. Erreicht wird das Steady-State in ein paar Tagen.

Die Zeit bis zur Wirkung am Tumor betrug trotz unterschiedlicher Pharmakokinetik unter Fulvestrant sowie auch unter Anastrozol im Median drei Monate. Lüftner wies darauf hin, daß eine erfolgreiche endokrine Therapie den Einsatz einer Chemotherapie bei guter Lebensqualität hinauszögern kann.

Auch aufgrund dieser neuen Studienergebnisse sollte eine endokrine Therapie in der palliativen Behandlung mindestens drei Monate lang fortgesetzt werden, bevor sie als nicht ausreichend wirksam eingestuft und deshalb abgebrochen wird. Häufig werde bereits nach zwei Monaten die Therapie bewertet und damit die Chance eines späten Wirkeintritts am Tumor verpaßt.

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