Allergien

Gute Noten für Sublingualtablette bei Gräserpollen-Allergie

DRESDEN (feb). Die sublinguale spezifische Immuntherapie (SLIT) ist bei allergischer Rhinitis inzwischen etabliert. Doch nicht alle Patienten kommen mit den bisher meist verwendeten flüssigen Darreichungsformen zurecht. Als Alternative haben sich nun bei der Gräserpollen-Allergie auch Sublingualtabletten als gut wirksam erwiesen.

Veröffentlicht: 24.05.2007, 08:00 Uhr

Eine von dem Unternehmen Stallergenes entwickelte, aber bisher noch nicht erhältliche Sublingualtablette enthält fünf Gräserpollen-Allergene. Die Tablette wird unter die Zunge gelegt. Dort löst sie sich rasch auf, und die Inhaltsstoffe werden von der Mundschleimhaut aufgenommen. Die Zulassung des neuen Präparates wurde bereits beim Paul-Ehrlich-Institut in Langen beantragt.

In einer Studie mit mehr als 600 Patienten war die Gräsertablette signifikant wirksamer als Placebo, wie Professor Torsten Zuberbier aus Berlin bei einer Veranstaltung des Unternehmens in Dresden berichtet hat. Behandelt wurden die Studienteilnehmer mit drei verschiedenen Dosierungen (100 I.R., 300 I.R. und 500 I.R. Gräserpollen-Allergene) saisonal über etwa vier Monate, und zwar einmal täglich.

Die wesentlichen Ergebnisse: Heuschnupfen-Symptome waren mit der Dosierung von 300 I.R. Gräserpollen-Allergenen um 37 Prozent und mit der 500-I.R.-Dosierung um 35 Prozent geringer als mit Placebo. Beurteilt wurde die Symptomstärke nach dem Rhinoconjunctivitis Total Symptom Score (RTSS), bei dem insgesamt sechs Heuschnupfen-Symptome berücksichtigt werden. Dazu gehören zum Beispiel laufende Nase, tränende Augen sowie Juckreiz in Nase und Augen. Außerdem war der Verbrauch an Begleitmedikation mit der Sublingualtablette um knapp 50 Prozent reduziert.

Auch für die flüssige Darreichungsform Staloral 300 wurde in einer Studie bereits nachgewiesen, dass eine saisonale SLIT, beginnend mit dem Pollenflug bis zum Ende der Pollensaison, die Heuschnupfen-Symptome im Vergleich zu Placebo deutlich reduziert. Die in dieser Studie verwendete Ultra-Rush-Titration, bei der die Aufdosierungsphase auf eine Stunde verkürzt wurde, war gut verträglich. Anaphylaktische Reaktionen wurden nicht beobachtet.



STICHWORT

SLIT

Bei der sublingualen Immuntherapie (SLIT) wird das Präparat zur Hyposensibilisierung unter die Zunge gegeben. Bislang werden die gereinigten Allergene meist als Tropfen oder Tablette sublingual appliziert. Das Medikament wird dann über die Schleimhäute resorbiert. Im Gegensatz dazu wird bei der klassischen Hyposensibilisierung das Mittel subkutan injiziert. (ikr)

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