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H1N1-Pandemie: ein guter Probelauf mit Fehlern

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POTSDAM (MUC/eb). Der Umgang mit der H1N1-Pandemie wird rückblickend oft als Desaster gesehen - doch was ist wirklich richtig oder falsch gelaufen?

Wurde im ersten Halbjahr 2009 schnell ein Impfstoff gegen die nach Europa vordringende Reassortante des A/H1N1-Virus gefordert, schlug die Stimmung im Spätsommer um, erinnerte sich Professor Markus Knuf aus Mainz. Die Angst vor unerwünschten Wirkungen der dann erhältlichen Vakzinen verstärkte sich. Von den für Deutschland bestellten 34 Millionen Impfdosen wurden 27 Millionen nicht verwendet.

Dennoch sei vieles gut gelaufen, so Professor Hans-Iko Huppertz aus Bremen. Durch gute wissenschaftliche Zusammenarbeit stand innerhalb von sechs Monaten ein Impfstoff bereit. Die späte und milde autochthone Grippewelle in Deutschland sei ebenfalls ein Hinweis, dass das öffentliche Gesundheitswesen einiges richtig gemacht habe.

Fehler seien aber die geheim gehaltenen Verträge mit den Impfstoffherstellern, die Bestellung unterschiedlicher Vakzinen für Beamten und Bevölkerung, die unklaren Impfempfehlungen und die unflexiblen Bestellmöglichkeiten. Fazit der Referenten: Die Gefahr einer Pandemie mit hoher Mortalität ähnlich der Spanischen Grippe 1918/19 sei real gewesen. Nur eine Mutation an den richtigen Stellen hätten Infektiosität und Letalität des Virus entscheidend verändern können.

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