HIV-Infektion nach Verletzung durch Nadelstich ist selten

BADEN-BADEN (hae). Von Ärzten und medizinischem Personal gefürchtet sind HIV-Infektionen als Folge von Nadelstichverletzungen nach Kontakt mit HIV-Patienten. Realistisch betrachtet ist diese Gefahr jedoch sehr gering, so Dr. Albrecht Ulmer, Leiter einer HIV-Schwerpunktpraxis in Stuttgart.

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In keinem der maximal 150 bekannt gewordenen Fälle in den vergangenen 20 Jahren sei es zur Infektion gekommen. Behandelte HIV-Patienten haben heute eine Viruslast nahe Null, so Ulmer beim MedCongress in Baden-Baden.

Das Risiko seien Patienten, die von ihrer Infektion nichts wissen und deren Viruslast sehr hoch sein kann. Dem Restrisiko vorbeugen lasse sich durch die routinemäßige Kopplung von Injektionen mit dem gesicherten Abwurf der Kanülen. Komme es dennoch zu Verletzungen, sei das Ausbluten der Wunde sinnvoll.

Problematischer seien die Anamnese des Patienten hinsichtlich einer Virusinfektion sowie zustimmungspflichtige HIV-Antikörpertests bei dem Patienten und dem Verletzten. "Stimmt der Patient nicht zu, müssen wir davon ausgehen, dass da möglicherweise ein Risiko ist und uns entsprechend verhalten", so Ulmer.

Zusätzlich zu HIV-Antikörpertests, die erst drei Monate nach Infektion verlässlich sind, sollten Hepatitis B, -C und Leberwerte erfasst werden, rät Ulmer.

Sinnvoll sei auch der Kontakt zu einem HIV-Behandlungszentrum. Eine Postexpositionsprophylaxe sei umso effektiver, je früher sie erfolge. Schon nach mehr als zwei Tagen Wartezeit werde deren Erfolg infrage gestellt.

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