Direkt zum Inhaltsbereich

HIV: Therapie-Umstellung ohne Probleme

BASEL (aza). Bei HIV-Infizierten wird nach einer Therapie-Umstellung - etwa wegen Unverträglichkeit - langfristig eine fast ebenso gute Virus-Unterdrückung erzielt wie bei Patienten ohne Umstellung.

Veröffentlicht:

Dass der Therapieerfolg durch die Umstellung nicht beeinträchtigt wird, geht aus den Ergebnissen einer aktuellen Auswertung der Langzeitverläufe von Patienten der Swiss Cohort Study hervor (Arch Intern Med 170 / 1, 2010, 57). Der Beginn der antiretroviralen Therapie lag im Zeitraum 2005 bis 2008. In der Studie wurden die Häufigkeit unerwünschter Wirkungen, die ein Absetzen oder eine Umstellung der Therapie erforderten, sowie die Auswirkungen einer solchen Therapiemodifikation auf den Therapieerfolg untersucht.

Änderungen der Initialtherapie waren im ersten Jahr häufig notwendig: 41,5 Modifikationen auf 100 Patientenjahre. Unerwünschte Wirkungen der antiretroviralen Medikamente waren die Hauptgründe und verursachten 22,4 nebenwirkungsbedingte Modifikationen auf 100 Patientenjahre. Am besten vertragen wurde - mit nur 11,7 Modifikationen auf 100 Patientenjahre - die Initialtherapie mit Tenofovir, Emtricitabin und Atazanavir (in Kombi mit niedrig dosiertem Ritonavir).

Besonders wichtig war aber nach Einschätzung der Infektiologen um Professor Manuel Battegay aus Basel die Beobachtung, dass sich eine Therapie-Umstellung auf den Therapieerfolg nicht negativ auswirkte: Auch bei jenen, die wegen Arznei-Nebenwirkungen auf eine andere Kombitherapie umgestellt wurden, lag nach einem Jahr die HI-Virusmenge bei 85 Prozent der Patienten unter der Nachweisgrenze von 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter. Bei denen, die die Initialtherapie beibehalten hatten, lag der Anteil bei 87 Prozent.

Dagegen erreichten Patienten mit Therapieunterbrechungen - länger als vier Wochen - mit 47 Prozent signifikant seltener eine solche Virusunterdrückung. Für einen anhaltenden Erfolg sind daher ein engmaschiges Monitoring und - bei Bedarf - die rechtzeitige Therapie-Umstellung entscheidend, betonen die Forscher.

Mehr zum Thema

Präexpositionsprophylaxe

HIV-PrEP: Diese Möglichkeiten gibt es

Besonderes Augenmerk auf HBV

HIV und Impfungen: Was beachten, was testen?

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Progression bremsen

Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern: Wann initiieren?

Mögliche Glutenquelle

Wie riskant ist ein Zungenkuss bei Zöliakie?

Lesetipps
Syphilis-Läsion im Mund einer infizierten Person.

© CID / Science Photo Library

Kein Herpes, kein Krebs

Was steckte hinter den schlecht heilenden Ulzera im Mund?

Illustration von einer Person mit einem schwarzen Knäuel statt eines Kopfes.

© Khosrork / Getty Images / iStock

Neurodivergenz

ADHS in der Hausarztpraxis: Hinweise für die Diagnostik