Schutzmaßnahmen empfohlen

Hanta-Virus – hohe Zahl an Infektionen in Deutschland

Wegen der hohen Zahl an Hanta-Virus-Infektionen rät das Centrum für Reisemedizin, sich bei Garten- und Kellerarbeiten zu schützen.

Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. Jährlich infizieren sich etwa 500 Menschen in Deutschland mit dem Hanta-Virus. Bis Mitte März dieses Jahres wurden bereits 136 Fälle gemeldet und damit deutlich mehr als im Vorjahresmonat. 108 Erkrankungen wurden alleine aus Baden-Württemberg gemeldet, das laut Robert Koch-Institut zu den Bundesländern mit den meisten Infektionen zählt.

Experten vermuten, dass die derzeit hohe Verbreitung der Rötelmaus ein Grund für die steigenden diesjährigen Fallzahlen ist. Rötelmäuse ernähren sich unter anderem von Bucheckern, die in diesem Jahr in besonders hoher Zahl vorkommen.

Zwar schwankt die Infektionszahl jährlich, doch aufgrund der bis jetzt schon hohen Fallzahlen rechnen Experten mit 2440 Erkrankungen in diesem Jahr. Das Centrum für Reisemedizin CRM rät daher, sich bei Garten- und Kellerarbeiten mit Mundschutz und Handschuhen ausreichend zu schützen. Auch eine gründliche Reinigung mit Seife und anschließender Desinfektion von Händen und Gegenständen aus potenziell kontaminiertem Umfeld sei anzuraten.

Bei allgemeinen Reinigungsarbeiten sollte zunächst ausreichend gelüftet und anstelle von Staubsaugen nass gewischt werden. Nahrungsmittel im Keller sollten in verschließbaren Behältern aufbewahrt werden.

"Manchmal verläuft die Infektion ohne Symptome. Oft werden auftretende Erkrankungsanzeichen auch verkannt, da sie der Grippe ähneln: hohes Fieber, Husten, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen", wird Professor Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM, in einer Mitteilung des CRM zitiert.

"Im schlimmsten Fall schädigt das Virus die Nieren und der Infizierte muss eine Dialyse bekommen", so Jelinek. Im Vergleich zu anderen Formen der weltweit vorkommenden Hanta-Viren verlaufe die Infektion hierzulande jedoch selten tödlich.

Am häufigsten infizieren sich Männer zwischen 40 und 50 Jahren. "Ein Grund dafür ist sicherlich, dass diese sich häufig mit Wald-, Garten- und Kellerarbeit befassen. Auch in Schuppen, Ställen oder Scheunen kann eine Übertragung stattfinden – überall dort, wo die Rötelmaus sich wohlfühlt", so Professor Jelinek. Bisher sei jedoch keine Übertragung des hiesigen Virus von Mensch zu Mensch bekannt.

Hanta-Viren werden von Nagetieren – vorzugsweise der Rötel-, Brand- und Gelbhalsmaus –über Speichel, Urin und Kot übertragen. Inhalieren Menschen die getrockneten Überreste in Form von Staub oder gelangen diese an eine verletzte Hautstelle, so ist eine Infektion wahrscheinlich. (eb)

Mehr zum Thema

Stoffwechselstörung als Risikofaktor

Mehr Klinikeinweisungen wegen Herpes Zoster bei Diabetes

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird

Risikoanalyse

Komplikation nach Hernien-Operation: Wer ist gefährdet?

Lesetipps
Mehrkosten für die Entbudgetierung der hausärztlichen Versorgung seien Investition in den Erhalt der Praxen, betont Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. 

© Michael Kappeler / dpa

Kabinett winkt GVSG durch

Lauterbach macht Hausarztpraxen Mut: „Jede Leistung wird bezahlt“

Brücke zwischen zwei Steilklippen. Auf der Brücke stehen zwei Menschen.

© Usman / stock.adobe.com

Aktuelle Forschung

Antikörper – die Verkuppler der Krebsmedizin

Heiße Nächte können nicht nur nervig sein. Sie gehen auch mit einem höheren Risiko für Schlaganfälle einher, so das Ergebnis einer Studie aus München und Augsburg.

© samuel / stock.adobe.com

Studie mit Daten zu 11.000 Schlaganfällen

Tropische Nächte sind offenbar ein Risikofaktor für Schlaganfälle