Früherkennung

Haut verrät Krankheit von Magen-Darm

Hautveränderungen können bei gastrointestinalen Krankheiten früh auf die richtige Fährte lenken.

Veröffentlicht: 12.08.2014, 12:16 Uhr

MÜNCHEN. Bei gastrointestinalen Krankheiten können Hautsymptome die ersten Zeichen sein, die zur Entdeckung der Grunderkrankungen beitragen, berichtete Dr. Jürgen Schauber vom Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München auf der Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie.

Außer chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und vaskulären Störungen verursachen Malignome des Gastrointestinaltrakts Hautveränderungen. Deren Erkennung kann lebensrettend sein, weshalb eine frühe Diagnose besonders wichtig ist.

Die Acanthosis nigricans maligna beispielsweise tritt zusammen mit Adenokarzinomen des Magens, der Leber und des Urogenitaltrakts in Erscheinung. Ihr klinisches Bild zeigt bräunliche, symmetrische Hyperpigmentierungen mit Keratosen in den Achselhöhlen, Gelenkbeugen sowie im Nacken-, Hals- und Genitalbereich.

Zu den weiteren paraneoplastischen Hauterscheinungen zählt das Leser-Trélat-Syndrom, das durch spontanes Auftreten von multiplen juckenden seborrhoischen Keratosen gekennzeichnet ist und bei unterschiedlichen malignen Tumoren vorkommt. Außerdem sollte bei Patienten mit Flush-Symptomatik und heftigem Juckreiz an das Karzinoid-Syndrom gedacht werden.

Die Acrokeratosis paraneoplastica Bazex gehört zu den obligaten Paraneoplasien, deren Krankheitsbild sich mit dystrophischen Nagelveränderungen und symmetrischen Hyperkeratosen an Händen, Füßen, Ohren und Nase manifestiert.

Hinzu kommen das Plummer-Vinson-Syndrom, bei dem ein Ösophaguskarzinom die häufigste zugrundeliegende Erkrankung ist, der perianale Morbus Paget, das Howel-Evans-Syndrom sowie das Glukagonom-Syndrom, welches mit bizarr konfigurierten, zentrifugal wachsenden Erythemen oder Pusteln assoziiert ist.

Auch gastrointestinale Polyposis-Syndrome können mit Tumoren im Zusammenhang stehen und Hautveränderungen nach sich ziehen. Wenn diese auch selten vorkommen, so ist doch die Kenntnis um deren klinische Bedeutung für Dermatologen wichtig, da dem Patienten nur so mit einer ursachenbezogenen Tumortherapie geholfen werden kann. (sik)

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