Suchtkrankheiten

Heftige Kritik an Drogenpolitik in NRW

DÜSSELDORF (iss). Die Aidshilfe in Nordrhein-Westfalen warnt vor den negativen Folgen der verschärften Drogenpolitik des Landes. Die Kriminalisierung und Stigmatisierung des Drogenkonsums bei gleichzeitiger Kürzung von Unterstützungs- und Präventionsangeboten in der Drogenhilfe sei das falsche Signal.

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"Was wir mehr als eine Drogenpolitik brauchen, ist eine Gesundheitspolitik, die das Suchtproblem ernst nimmt und verstärkt Suchtvorbeugung leistet", forderte Kuratoriumsmitglied Joe Bausch-Hölterhoff. Er arbeitet seit über 20 Jahren als Suchtmediziner in der Justizvollzugsanstalt Werl. Bekannt wurde er als Gerichtsmediziner Dr. Josef Roth im "Tatort" Köln.

Hintergrund der Kritik ist die Anordnung der NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter, im Kampf gegen die Drogenkriminalität in NRW die straffreie Eigenbedarfsgrenze bei Drogen abzusenken, schärfere Regeln für Drogendelikte von Jugendlichen einzuführen und verstärkt gegen Drogenmissbrauch in Haftanstalten vorzugehen, etwa durch ein neues Detektorsystem.

Die Maßnahmen könnten unter anderem zur Folge haben, dass Drogenabhängige die Spritzenautomaten künftig nicht mehr nutzen. "Jede benutzte Spritze könnte als Beweismittel für eine Straftat herangezogen werden", so Bausch. Ungeklärt sei auch, ob unter den neuen Bedingungen Drogenkonsumräume überhaupt noch fortbestehen könnten.

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