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Heidelberger Ionenstrahltherapiezentrum zieht positive Bilanz

HEIDELBERG (bd). Zwei Jahre nach Einweihung des Heidelberger Ionenstrahltherapiezentrums (HIT) zieht dessen Ärztlicher Direktor, Professor Jürgen Debus, eine positive Bilanz: 600 Patienten wurden am HIT bislang mit der neuartigen, äußerst präzisen Methode behandelt. Künftig sollen es 500 pro Jahr werden, wie es auf einer Veranstaltung am HIT hieß.

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Von der Ionentherapie können Debus zufolge etwa zehn Prozent der Krebspatienten profitieren, deren Tumoren aufgrund einer ungünstigen Lage oder eines schlechten Ansprechens nicht mit konventioneller Radiatio behandelt werden können.

Der Vorteil: Ionen geben ihre zerstörerische Kraft gezielt im Tumor ab - bei nur minimaler seitlicher Streuung.

Neuerdings auch bei Leberkrebs

Nach sehr guten Erfolgen bei seltenen Tumoren wird jetzt die Wirksamkeit der Therapie mit den schweren Teilchenauch bei häufigeren Tumoren, etwa bei therapieresistentem Prostata- und neuerdings auch Leberkrebs sowie inoperablen Osteosarkomen bei Kindern und Jugendlichen in Studien überprüft.

Die Fragestellung: Kann mit der Ionentherapie die Funktion der Extremitäten erhalten werden?

Über 80 Prozent wurden geheilt

Die Effektivität der Ionentherapie ist für Chordome und Chondrosarkome der Schädelbasis und für adenoidzystische Speicheldrüsentumoren bereits in Pilotstudien nachgewiesen worden. Über 80 Prozent der 440 Patienten wurden geheilt.

In Studien wird jetzt am HIT untersucht, ob bei diesen Tumoren Kohlenstoff- oder Protonenstrahlen effektiver sind, ebenso bei Hirntumoren wie dem primären Glioblastom zusätzlich zur konventionellen Bestrahlung.

Indikationen werden ausgeweitet

Die Indikationen für eine Ionenstrahltherapie werden nun ausgeweitet. Debus berichtete über die erfolgreiche Anwendung bei Kindern mit Hirntumoren wie Astrozytomen.

Dank der äußerst gezielten, hochdosierten Ionenbestrahlung mit 54 Gy werde das umliegende Gewebe maximal geschont: "Es kommt nicht einmal zum Haarausfall", so Debus.

Mit dieser Form der Bestrahlung wurde jüngst auch eine Schwangere mit einem Schädelbasistumortumor erfolgreich behandelt.

Weitere Tests mit Ionenbestrahlung

Debus berichtete zudem von zehn Studien, die derzeit am HIT in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen und dem Deutschen Krebsforschungszentrum erfolgen.

Unter anderem wird geprüft, ob die zusätzliche Ionenbestrahlung nach konventioneller Radiatio bei malignen Meningeomen, Speicheldrüsen- sowie Kopf-Hals- und Nasennebenhöhlentumoren Heilungsraten und Organ- und Funktionserhalt verbessern können.

Die Ansprechraten seien bei allen Tumorarten äußerst vielversprechend und es werde mit deutlich besseren Heilungschancen gerechnet, so Debus. Die Nebenwirkungen hielten sich aufgrund der präzisen Bestrahlung sehr in Grenzen. Etwa ein Drittel der Patienten habe keine, zwei Drittel geringe Nebenwirkungen ( Grad I-II).

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