Afrika

Heimtest und schnelle Behandlung erhöhen Therapieerfolg

Lesotho gehört zu den am stärksten von HIV betroffenen Ländern weltweit. Dort ist nun eine neue Behandlungsstrategie gegen das Virus getestet worden.

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HIV-Tests zu Hause und sofortiger Beginn der Behandlung mit antiretroviraler HIV-Therapie erhöhen die Zahl therapierter Patienten und den Behandlungserfolg.

Das belege eine klinische Studie in Lesotho, die das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut mit dem Schweizer Hilfswerk SolidarMed und der Regierung von Lesotho durchgeführt hat, teilt das Institut mit.

Lesotho im südlichen Afrika gehöre zu den am stärksten von HIV betroffenen Ländern der Welt. Ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung sei mit HIV infiziert.

Viele Menschen würden ihren HIV-Status jedoch nicht kennen und seien daher auch nicht in Behandlung. Besonders in den abgelegenen Bergregionen Lesothos sei der Zugang zu HIV-Tests und einer Behandlung erschwert. Schlechte Verkehrswege und mehrstündige Fußmärsche zum nächsten Gesundheitszentrum führten dazu, dass Patienten die Therapie nicht begännen oder schnell wieder abbrächen, heißt es in der Mitteilung.

Die von Dr. Niklaus Labhardt und seiner Forschungsgruppe am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut entworfene klinische Studie überprüfe einen neuen Ansatz. Feldteams der Schweizer Hilfsorganisation SolidarMed hätten abgelegene Dörfer im Norden Lesothos besucht.

Lokale Gesundheitsarbeiter und Krankenpflegende hätten jeden Dorfhaushalt aufgesucht und den Bewohnern einen freiwilligen HIV-Test angeboten.

Positiv getestete Personen hätten direkt vor Ort die benötigten Informationen zur Therapie und die antiretroviralen Medikamente erhalten. So hätten die Patienten die Therapie am selben Tag zu Hause beginnen können (JAMA 2018, 319(11):1103-1112).

Zahl der behandelten Patienten nimmt zu

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„Mit dieser Strategie erreichen wir auch HIV-infizierte Menschen in abgelegenen ländlichen Gegenden, die sich sonst nicht auf HIV testen lassen und auch nicht die lebenswichtige antiretrovirale Therapie beginnen würden, da der Weg zum Spital oft sehr weit und aufwändig ist“, wird Studienleiter und HIV-Spezialist Labhardt in der Mitteilung zitiert, der am Universitätsspital Basel arbeitet. Die Resultate sind auch bei der „Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections“ in Boston vorgestellt worden.

Verglichen mit der bisherigen Behandlungsstrategie nehme die Zahl der behandelten Patienten deutlich zu. Drei Monate nach dem zu Hause erfolgten HIV-Test seien 69 Prozent der Patienten in Therapie. Das seien über ein Viertel mehr Patienten als mit dem herkömmlichen Ansatz (43 Prozent). Auch die Therapie-Adhärenz sei bei diesen Patienten deutlich höher.

Ein Jahr nach Therapiebeginn seien bei gut der Hälfte der Patienten keine HI-Viren im Blut mehr nachweisbar. Dies bedeute, dass diese Patienten nicht mehr ansteckend seien und nicht an Aids erkrankten. Im Vergleich dazu sei das nur bei einem Drittel der Personen mit bisheriger Behandlungsstrategie der Fall.

Die Studie sei eine der ersten, die diese Strategie zum Erreichen der 90-90-90 Ziele der Weltgesundheitsorganisation WHO und des UNOProgramms UNAIDS teste.

Das Ziel sei, dass weltweit bis zum Jahr 2020 90 Prozent der HIV-Infizierten ihren HIV-Status kennen, mindestens 90 Prozent der positiv-getesteten Patienten eine Therapie erhalten und bei 90 Prozent von ihnen die Therapie dazu führen solle, dass das Virus nicht mehr nachgewiesen werden könne.

Da Menschen unter antiretroviraler Therapie keine Viren auf ihre Sexualpartner übertragen können, sei eine effektive Behandlung zugleich Prävention und Therapie.

„Die Studie ist ein wichtiger Schritt Richtung 90-90-90“, so Labhardt. „Die Strategie sollte Teil der täglichen Routine der Gesundheitsversorgung im südlichen Afrika werden.“ (eb)

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