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KOMMENTAR

Herzinfarkt ist auch Frauensache

Von Michael Hubert Veröffentlicht:

Der Glaube, Herzinfarkt betrifft primär Männer, ist noch weit verbreitet. Doch Herzinfarkt ist genauso Frauensache. Mehr noch: Bekommen Frauen einen Infarkt, sterben sie eher daran als Männer.

Dieser Unterschied wird oft damit begründet, daß Frauen im Schnitt sechs bis zehn Jahre älter als Männer sind, wenn sie einen Infarkt bekommen, und deswegen eine schlechtere Prognose haben. Aber: In allen Altersgruppen haben Frauen mit Infarkt schlechtere Überlebenschancen als Männer.

Ein besserer Grund für die schlechtere Prognose ist vielleicht, daß Frauen die Gefahr verkennen: Vier von fünf Frauen glauben, sie hätten bessere Überlebenschancen nach einem Infarkt als Männer, hat eine Umfrage ergeben. Das kann zu der Fehlannahme führen, es sei ja noch Zeit, einen Arzt zu rufen.

Auch wissen viele Frauen nicht, daß die Infarkt-Symptome bei ihnen anders sind als bei Männern. Zwar haben 95 Prozent der Frauen mit Infarkt Prodromalsymptome, doch nur 30 Prozent die klassischen Leitsymptome einer Angina pectoris. Bei Frauen sind die Haupt-Frühwarnzeichen: ungewöhnliche Schwäche, Schlafstörungen, Kurzatmigkeit.

Frauen sollten daher für Infarktsymptome besonders sensibilisiert werden. Ärzte können ihnen dabei helfen, indem sie über die frauentypischen Symptome aufklären und dazu ermutigen, die 112 anzurufen, wenn solche Symptome auftreten. "Zögern Sie nicht!" ist die Botschaft. Das kann viele Frauenleben retten.

Lesen Sie dazu auch: Häufigste Todesursache bei Frauen: Herzinfarkt!

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