Suchtkrankheiten

Hilfen für Jugendliche zur Entwöhnung

KÖLN (nsi). In Deutschland raucht jeder fünfte Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren regelmäßig. Gut die Hälfte möchte Umfragen zu Folge aufhören. Viele Jugendliche überschätzen jedoch die Fähigkeit, ohne fremde Hilfe nicht mehr zur Zigarette zu greifen.

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Von den 12- bis 19-Jährigen in Deutschland raucht jeder fünfte.

Von den 12- bis 19-Jährigen in Deutschland raucht jeder fünfte.

© Foto: MLeonFotografia www.fotolia.de

"Für Anbieter von Entwöhnungskursen ist es die größte Herausforderung, rauchende Jugendliche für einen Ausstieg zu gewinnen und sie in einem Kurs zu halten", sagte Dr. Anneke Bühler vom Institut für Therapieforschung in München (IFT) beim Deutschen Suchtkongress in Köln.

Das IFT hat gemeinsam mit der Universität München und unterstützt durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) ein Tabakentwöhnungskonzept für Jugendliche entwickelt, das als Kursprogramm an Schulen (außerhalb des Unterrichts) angeboten wird. Eine Pilotstudie mit 30 Schülerinnen und Schülern zur Frage der Erreichbarkeit und Akzeptanz des Programms hat ergeben: Die Haltequote betrug 100 Prozent, knapp 37 Prozent waren nach dem Kurs und vier Wochen später rauchfrei. Dieses Ergebnis entspreche den aus internationalen Arbeitsgruppen berichteten Effekten, so die Betreuerinnen des Programms, Anneke Bühler und Annette Geier (ebenfalls IFT).

Das Kursprogramm bestand aus sechs Gruppentreffen à 60 bis 90 Minuten. Entscheidend sei es, Entwöhnungsprogramme für Jugendliche spezifisch zu gestalten, wobei emotional handlungsorientierte und weniger rational gesteuerte Elemente im Vordergrund stehen sollten, so Bühler und Geier. Die hohe Bedeutung der Peergruppe und das im Vergleich zu Erwachsenen unterschiedliche Affektverhalten müssten berücksichtigt werden.

Die Pilotstudie hat nach der Einschätzung von Bühler und Geier belegt, dass Jugendliche für das Konzept erreichbar seien, dass das Programm effektiv sei und eine gute Chance biete, dass die Kursteilnehmer auch länger rauchfrei blieben.

Weitere Informationen bei: Annette Geier, geier@ift.de Anneke Bühler, buehler@ift.de

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