Angststörungen

Hirnforscher entschlüsseln Kontrolle der Angst

MÜNCHEN (eb). Erstmals haben Forscher die gegensätzlichen Wirkungen von Angst erzeugendem und Angst lösendem Effekt durch das Corticotropin-Releasing Hormone und seinen Rezeptor belegt.

Veröffentlicht: 21.09.2011, 11:41 Uhr

Wenn ein Gesunder einer bedrohlichen Situation ausgesetzt ist, reagiert er angemessen und verfällt weder in Gleichgültigkeit noch in Panik wie Angstpatienten.

Mit genetischen Studien an Mäusen haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München nun zwei gegenläufige neuronale Regelkreise zur Angst-Erzeugung und -Auslöschung entdeckt. Beide werden von dem Stress vermittelnden Corticotropin-Releasing Hormone und dessen Rezeptor 1 (CRHR1) gesteuert.

Neuronales Netzwerk wird aktiviert

Das Vorhandensein dieser Faktoren in Glutamat ausschüttenden Nervenzellen im limbischen System aktiviert ein neuronales Netzwerk, das Angstverhalten verursacht, wie es in einer Mitteilung des Instituts heißt.

Andererseits führen die Faktoren im Mittelhirn in Dopamin ausschüttenden Nervenzellen zu Angst lösendem Verhalten.

Da bei vielen Patienten mit einer affektiven Erkrankung Störungen der Stressfaktoren nachweisbar sind, vermuten die Forscher pathologische Veränderungen der CRHR1-abhängigen Regelkreise als Ursache der gestörten Emotionalität (Science 2011; online 1. September).

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