Suchtkrankheiten

Hirnscan verrät, ob Rauchstopp klappt

LONDON (dpa). Ein Hirnscan verrät, wer es schafft, mit dem Rauchen aufzuhören und wer eher nicht. Je stärker eine bestimmte Hirnregion auf personalisierte Rauchstopp-Botschaften reagiert, desto wahrscheinlicher wird ein Raucher von seinem Laster loskommen, berichten US-Forscher in "Nature Neuroscience".

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Die betreffende Hirnregion ist an der Verarbeitung von selbstbezogenen Informationen beteiligt. Sie wird zum Beispiel aktiv, wenn man über sich selbst nachdenkt.

Hannah Faye Chua und ihre Mitarbeiter von der Universität von Michigan in Ann Arbor hatten 91 Studien-Teilnehmer rekrutiert, die das Rauchen aufgeben wollten. Nach einem ausführlichen Interview entwickelten sie persönliche Durchhalte-Botschaften für jeden einzelnen Probanden, die seine Motivation während der Entwöhnungsphase stärken sollten.

Vor Beginn des eigentlichen Rauchstopp-Programms aber präsentierten die Forscher den Teilnehmern diese Botschaften, während sie zeitgleich bestimmte Bereiche des Gehirns scannten.

Es zeigte sich, dass vier Monaten nach Beginn des Entwöhnungsprogramms diejenigen Probanden nicht mehr rauchten, deren Gehirn während des Scans sehr stark auf die personalisierten Botschaften reagiert hatte.

Ihre Untersuchung erkläre zumindest zum Teil den Erfolg von personalisierten Gesundheitsprogrammen, die zunehmend eingesetzt werden, um Menschen zu einer Verhaltensänderung zu bewegen - eben zum Beispiel mit dem Rauchen aufzuhören oder abzunehmen, schreiben die Wissenschaftler.

Bei dem Hirnbereich, der durch die personalisierten Botschaften aktiviert wird, handele es sich vor allem um den sogenannten dorsomedialen präfrontalen Cortex.

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