Kommentar

Hoffnung bei Steroidtherapien

Metformin könnte die Nebenwirkungen einer Steroid-Langzeittherapie abmildern, so eine Studie. Für Patienten wäre das ein Segen.

Von Dr. Elke Oberhofer Veröffentlicht:

Man stelle sich vor, eine langfristige Behandlung mit Glukokortikoiden wäre möglich ohne deren gefürchtete Nebenwirkungen. Was könnte man den oft bereits schwer kranken Patienten alles an zusätzlichen Belastungen ersparen: exzessive Gewichtszunahmen, Blutzuckerentgleisungen, osteoporotische Frakturen, Thrombosen …

Gegenwärtig ist das nur ein Gedankenspiel. Aber immerhin: Britische Forscher sind mit dem Einsatz von Metformin bei Patienten unter Steroidtherapie einen ganz neuen Weg gegangen. Die Hypothese, die dahintersteckt, ist faszinierend: Metformin scheint über ein Enzym mit den Glukokortikoiden zu interagieren und so eine Reihe schädlicher Wirkungen zu antagonisieren.

Ob der primäre Endpunkt der Studie, das Verhältnis des viszeralen zum subkutanen Fettgewebe, besonders geschickt gewählt war, sei dahingestellt. In diesem Punkt blieb der Erfolg auch aus. Dafür gab es eine Reihe von Überraschungseffekten wie der verminderte Heißhunger oder die Abnahme des Infektionsrisikos.

Langfristig wären vielleicht noch mehr positive Effekte zum Tragen gekommen, zum Beispiel die Senkung des kardiovaskulären Risikos durch die Verbesserung von Lipid-, Glukose- und Entzündungswerten.

Die vorliegende Studie sollte nur die Machbarkeit zeigen, sie war viel zu klein, um als Praxisvorlage zu dienen. Der Anfang aber ist gemacht. Nun sollte man das interessante Konzept in größeren Studien weiterverfolgen.

Schreiben Sie der Autorin: med@springer.com

Lesen Sie dazu auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Patienten könnten trotzdem profitieren

Studie: Metformin bei metastasiertem Prostatakrebs nicht lebensverlängernd

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

EMA-Hinweis

Rote-Hand-Brief zu Arixtra (Fondaparinux Natrium)

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Lesetipps
Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert