Sportmedizin

Homöopathika machten Sportler nach Unfall fit

FRANKFURT AM MAIN (hbr). Ein Wadenbeinbruch kann Sportler lange außer Gefecht setzen. Das ist ärgerlich, wenn eine Meisterschaft bevorsteht. Physiotherapie und Homöopathika können die Regeneration unterstützen - wie bei Judoka Dennis Huck.

Veröffentlicht: 21.04.2006, 08:00 Uhr

Das hat der Physiotherapeut Halil Senpinar aus Baden-Baden bei einer Veranstaltung von Heel in Frankfurt am Main berichtet. Senpinar arbeitet in seiner Praxis für Physiotherapie und Sportphysiotherapie mit Ärzten zusammen und betreut auch angeschlagene Spitzensportler.

Zu denen gehörte im April vorigen Jahres auch der Judoka Dennis Huck. Bei einem Wettkampf in Frankreich hatte er sich einen Wadenbeinbruch zugezogen. Schon zwei Tage nach der Op war er bei Senpinar, mit heftigen Schmerzen und klarem Ziel: Die nächste deutsche Meisterschaft sollte keinesfalls ohne ihn stattfinden. Bis dahin blieben nur knapp fünf Monate.

Erforderlich waren also: rasche Wundheilung, Schmerztherapie, Atrophieprophylaxe, Aufbautraining und psychische Unterstützung. Alles so schnell, daß er sein Leistungstraining schnell wieder aufnehmen konnte.

Die Wunde war stark geschwollen. Um die Heilung zu beschleunigen und Schmerzen zu lindern, wurden physikalische, physiotherapeutische und homöopathische Therapien kombiniert: etwa Ödembehandlung, Kälte-, Wärme- und Elektrotherapie und Vibrationsverfahren.

Vom betreuenden Arzt erhielt der Sportler unter anderem die Homöopathika Traumeel® S und Lymphomyosot® N, anfangs hochdosiert mit zwölfmal täglich 20 Tropfen. Beide Mittel werden bei Ödemen verwendet. Traumeel® kommt auch bei Blutergüssen, Entzündungen und Frakturen in Betracht und wurde zusätzlich in Akupunkturpunkte injiziert.

Nach einer Woche war die Heilung gut fortgeschritten, Schwellungen und Schmerzen waren deutlich geringer. Huck begann mit einem gewichtsentlasteten Laufbandtraining; insgesamt trainierte er in der Physiotherapie täglich fünf Stunden. In dieser Phase wurde Lymphomyosot® angewandt; es könne die Regeneration stark beschleunigen, so Senpinar.

Atrophieprophylaxe und Aufbautraining wären auch ohne das Ziel der Meisterschaft nötig gewesen: "Einen Sportler, der fünf Stunden täglich intensiv trainiert hat, muß man auf Trab halten, sonst baut er Muskeln ab", betont Senpinar.

In der vierten Woche kehrten die Schmerzen plötzlich zurück. Das ist typisch für Sportler: Wenn die Therapie erfolgreich läuft, treiben sie das Training oft zu schnell voran. Der behandelnde Arzt injizierte daraufhin die beiden Mittel subkutan in das operierte Areal und applizierte das entzündungshemmende Komplexmittel zusätzlich wieder in Akupunkturpunkte.

Wenige Tage später wurde die Behandlung fortgesetzt, und kurz darauf nahm der Sportler sein Leistungstraining wieder auf. Das Ergebnis: Dennis Huck konnte wie geplant bei der deutschen Meisterschaft antreten - und siegte. Zwei Monate später wurde er Europameister.

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