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Impfen bei Interferon-Therapie? Impfen nur mit Handschuhen?

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Ein Kollege fragt im Internet: Bei Patienten mit chronischer Hepatitis C wird eine Immunisierung gegen Hepatitis A und B empfohlen. Spricht etwas dagegen, bei entsprechenden Risikopatienten auch eine Grippeimpfung während der Kombinationstherapie mit PEG-Interferon und Ribavirin zu machen?

Antwort Dr. Christine Nagler: Nach den derzeitigen Erkenntnissen sind Impfungen mit Totimpfstoffen bei Patienten, die mit Interferon behandelt werden, nicht kontraindiziert. Nach Herstellerangaben stellt eine Therapie mit Peginterferon alfa-2a dementsprechend keine Anwendungsbeschränkung für eine Applikation von Impfstoffen dar. Unter der Behandlung mit Peginterferon alfa-2a könnte nach Herstellerangaben der Impferfolg möglicherweise abgeschwächt sein. Studien über die Influenzaimpfung bei mit Interferon beta behandelten MS-Kranken zeigen, dass nach der Impfung eine ausreichende Immunantwort aufgebaut wurde. Auch unter der Therapie mit Ribavirin sind Impfungen mit Totimpfstoffen möglich.

Eine Kollegin fragt im Internet: Welche Vorschrift behandelt verbindlich den zwingenden Einsatz von Einmalhandschuhen beim Impfen?

Antwort Dr. Christine Nagler: Mir ist keine Vorschrift bekannt, die die Verwendung von Einmalhandschuhen beim Impfen verlangt. Das Infektionsrisko ist bei entsprechender Technik sowohl für den Impfenden als auch für den zu Impfenden meiner Ansicht nach als sehr gering einzustufen.> >Sie sollten selbstverständlich nach der Injektion darauf achten, die Impfstelle zu komprimieren, damit kein Impfstoff in oberflächliche Hautschichten laufen kann. Damit reduzieren Sie auch das Risiko einer minimalen Blutung aus dem Stichkanal.> Niemals sollten verwendete Kanülen wieder mit der Schutzkappe versehen werden, da es dadurch zu Stichverletzungen kommen kann. Gebrauchte Kanülen sollten immer in entsprechende Behältnisse entsorgt werden.

Haben auch Sie Fragen zum Impfen? Die Experten unserer kostenlosen "Hotline Impfen" helfen weiter.

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