In der Urologie

Impulse für eine personalisierte Krebstherapie

Das gemeinsame Anliegen der europäischen urologischen Grundlagenforscher und der Deutschen Gesellschaft für Urologie: Immer stärker individualisierte Therapien bei fortgeschrittenen Tumoren von Nieren, Harnblase und Prostata.

Veröffentlicht:

DRESDEN. Forschung und klinische Versorgung in der Urologie rücken enger zusammen: Vom 25. bis 28. September 2013 halten die europäischen urologischen Grundlagenforscher und die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) ihre Jahrestagungen unter einem Dach in der Messe Dresden ab.

Ihr gemeinsames Anliegen sind immer stärker individualisierte Krebstherapien bei fortgeschrittenen Tumoren von Nieren, Harnblase und Prostata.

"Wir wollen die Chance nutzen, voneinander zu lernen", so die Präsidentin der EAU Section of Urological Research (ESUR), Professor Kerstin Junker in einer Mitteilung der DGU vorab zum Kongress.

Auch DGU- und Kongresspräsident Professor Michael Stöckle erwartet Innovationskraft von der Begegnung: "Wenn Kliniker sehen, was in der Forschung möglich ist und umgekehrt die Grundlagenforscher besser verstehen, wo die klinischen Probleme sind, können neue Forschungsimpulse und damit langfristig neue Behandlungserfolge entstehen."

Molekulare Therapien beim Nierenzell-Ca

Schon heute kommen beim metastasierten Nierenzellkarzinom immer häufiger zielgerichtete Therapieverfahren der systemischen Therapie zum Einsatz, die in spezifische Signalwege in den Tumorzellen eingreifen.

Sie hemmen die Angiogenese im Tumor und können so sein Wachstum und die Entwicklung von Metastasen verlangsamen. Etwa 75 Prozent der Patienten profitieren von diesen molekularen Therapien.

Bei rund einem Viertel der Patienten hingegen wirken die Medikamente nicht oder müssen wegen starker Nebenwirkungen abgesetzt werden. Deshalb fahnden urologische Grundlagenforscher weltweit intensiv nach Resistenzmechanismen der systemischen Therapie bei fortgeschrittenen Nierenzellkarzinomen, deren verschiedene Subtypen unterschiedliche molekulare und genetische Merkmale aufweisen.

Mithilfe von Biomarkern wollen die Forscher vor Therapiebeginn herausfinden, welcher Wirkstoff in welcher Dosierung dem einzelnen Patienten am meisten nutzt.

"Inzwischen konnte eine Reihe potentieller diagnostischer, prognostischer und prädiktiver Marker identifiziert werden", wird Junker in der Mitteilung der DGU zitiert.

In einem nächsten Schritt, so die Leiterin des Forschungslabors an der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes, müsse nun deren Wertigkeit in der Klinik geprüft werden. "Unsere Suche gilt Markern, die eine individuelle Therapieentscheidung ermöglichen und zukünftig in der Routinediagnostik eingesetzt werden können."

Fokus auch auf Harnblasen- und Prostata-Ca

Beim fortgeschrittenen Harnblasenkarzinom sind Grundlagenforscher und Kliniker ebenfalls auf der Suche nach den Ursachen von Therapieresistenzen und neuen Behandlungsoptionen.

Dabei geht es in Dresden auch um die Frage, inwieweit Patienten von neuen Erkenntnissen profitieren können, die in veröffentlichten Großstudien zum Harnblasenkarzinom erhoben wurden, die aber nur zum Teil Eingang in geltende Behandlungsleitlinien gefunden haben.

Marker zur molekularen Charakterisierung aggressiver Prostatakarzinome und die Sequenztherapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms sind unter anderem Gegenstand des Prostatakrebs-Forums von ESUR und DGU. (eb)

www.dgu-kongress.de

Mehr zum Thema

Terminale Niereninsuffizienz

Renale Anämie: Orale Therapie möglich

Lysosomale Speicherkrankheit

Morbus Fabry: Schmerzregister hilft bei Differentialdiagnose

Kongressankündigung

Schnittstellen im Fokus beim Deutschen Krebskongress 2022

Das könnte Sie auch interessieren
Management tumorassoziierter VTE

© Leo Pharma GmbH

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige | Leo Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

© Bristol-Myers Squibb

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

© Alpha Tauri 3D Graphics / shutterstock

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

© Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

CAR-T-Zelltherapie

OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Die Coronakrise hat den Pflegekräften an der Charité zugesetzt. Um sie zu unterstützen, gehören inzwischen zehn Psychologen zum Team. Sorgen können dadurch unkompliziert in den Pausen angesprochen werden.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Supervision an der Kaffeetasse

Wie die Charité ihren COVID-Kräften Beistand leistet

Pandemiebedingt sind in den ersten neun Monaten die Arzthonorare bei den 102 Kassen nur um knapp 1,8 Prozent gestiegen. GKV-weit nahmen die Leistungsausgaben inklusive Verwaltungskosten um rund 4,8 Prozent zu.

© Stockfotos-MG / stock.adobe.com

Kassenfinanzen

Kassen bunkern noch 13,6 Milliarden Euro