Ländervergleich

In Deutschland sterben Krebskranke meist in der Klinik

Ein Großteil der Krebspatienten verbringt in Deutschland seinen letzten Lebenstag in einem Krankenhaus. In den USA ist das anders.

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HAMBURG. Ob Krebspatienten im Krankenhaus oder zu Hause sterben, welche Behandlungen in den letzten Lebensmonaten durchgeführt und welche Kosten dadurch verursacht werden, hängt von strukturellen und kulturellen Besonderheiten in einem Land ab.

Dies zeige eine Studie unter Beteiligung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE), die Inanspruchnahme und Kosten von Gesundheitsleistungen in den letzten Lebensmonaten in sieben Ländern untersucht hat (JAMA. 2016; 315(3): 272-283), teilt die Universität Hamburg mit.

Obwohl die Hospitalisierungsrate zum Lebensende in Deutschland im internationalen Vergleich eher gering ist, verbringt immer noch ein großer Anteil der Patienten ihren letzten Lebenstag im Krankenhaus. Bezüglich Ressourceneinsatz und Kosten liegt Deutschland im Mittelfeld, heißt es in der Mitteilung.

In USA geringste Sterberate in Krankenhäusern

Deutschland zählt mit Belgien, England, Kanada und Norwegen zu den Ländern, in denen ein Großteil der Patienten im Krankenhaus stirbt - im Gegensatz zu den Niederlanden und den USA. Die USA verzeichnet mit nur 22 Prozent die geringste Sterberate in Krankenhäusern.

"Ein Grund dafür sind die Krankenhausvergütungssätze in Amerika, die wesentlich höher sind als in allen anderen Ländern", wird Professor Rudolf Blankart, der sich gerade auf einem Forschungsaufenthalt in den USA befindet, in der Mitteilung zitiert.

"Der Kostendruck in den USA bedingte den erheblichen Ausbau von Pflegeeinrichtungen und Hospizen in den letzten Jahrzehnten und somit konnte die Sterberate in Krankenhäusern kontinuierlich gesenkt werden".

Diese Entwicklung ist aber im Sinne der Patienten: "Immer wieder konnte in Studien gezeigt werden, dass Patienten eher in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld und nicht im Krankenhaus versterben möchten", so der HCHE-Forscher weiter.

Hohe Krankenhauskosten in USA

Obwohl in den USA die wenigsten Patienten im Krankenhaus sterben, der Anteil der Krankenhauseinweisungen nur im Mittelfeld und die Aufenthaltsdauer bei rund der Hälfte im Vergleich zu den anderen Ländern liegt, gehören die USA mit Kanada und Norwegen zu den Ländern mit den höchsten Krankenhauskosten in den letzten sechs Lebensmonaten.

Die hohen Krankenhauskosten der USA resultieren unter anderem aus der hohen Behandlungsintensität, so die Mitteilung.

Während in den USA über 40 Prozent der aufgenommenen Patienten auf der Intensivstation behandelt werden, ist der Anteil in Deutschland mit rund acht Prozent bedeutend geringer. In den USA erfolgt die Behandlung in der Intensivstation aber nicht nur doppelt so häufig, sondern auch mit 3,6 Tagen mehr als doppelt so lang wie in allen anderen untersuchten Ländern. (eb)

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