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Indikationserweiterung für Betablocker in Sicht

MANNHEIM (grue). Der Beta-1-Rezeptorblocker Nebivolol verringert bei alten Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz das Risiko, bald zu sterben oder ins Krankenhaus eingewiesen zu werden. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfiehlt deshalb diesen Betablocker explizit für Herzinsuffizienz-Patienten im Alter von über 70 Jahren.

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Das Unternehmen Berlin-Chemie erwartet für den Blutdrucksenker Nebivolol in Kürze eine Indikationserweiterung: Der Betablocker wird dann auch für die Behandlung alter Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zugelassen sein.

In der ESC-Leitlinie zur Therapie der Herzinsuffizienz wird auf die Ergebnisse der SENIORS-Studie hingewiesen, an der über 2000 alte Patienten mit Herzinsuffizienz teilgenommen haben. Zwei Drittel der Studienteilnehmer hatten eine fortgeschrittene Herzinsuffizienz mit einer Auswurffraktion von 35 Prozent oder weniger. Die übrigen mußten trotz relativ gut erhaltener Herzfunktion stationär behandelt werden und waren so in die Studie gekommen.

"Dies sind Patienten, wie sie auch in der Praxis am häufigsten sind und die bisher in Studien zur Herzinsuffizienz nicht genügend berücksichtigt wurden", sagte Professor Stefan Anker aus Berlin auf einer Veranstaltung des Unternehmens in Mannheim. Die Studienteilnehmer wurden für drei Jahre mit Nebivolol (Nebilet®, Zieldosis 10 mg/Tag) oder Placebo behandelt.

Beim primären Studienendpunkt, der Kombination aus Gesamtsterberate und Klinikeinweisungen wegen kardiovaskulärer Probleme, war die Zahl der Ereignisse in der Nebivolol-Gruppe signifikant um 14 Prozent niedriger als in der Placebo-Gruppe.

Von der Zusatz-Therapie mit dem Betablocker profitierten alle relevanten Studienuntergruppen, also Frauen wie Männer, Patienten unter und über 75 Jahre und Herzkranke mit mehr oder weniger ausgeprägter systolischer Dysfunktion.

"Die SENIORS-Studie zeigt, daß bei Herzinsuffizienz im Prinzip alle von einem Betablocker profitieren. Das gilt auch für Patienten mit COPD, besonders wenn ein selektiver Betablocker wie Nebivolol verwendet wird", sagte der Kardiologe Anker.

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