Direkt zum Inhaltsbereich

Risikokinder

Infekte begünstigen Typ-1-Diabetes

Infektionen machen Kleinkinder mit familiärem Diabetesrisiko offenbar erst recht anfällig für den Typ-1-Diabetes. Offenbar liegt es an der Autoimmunreaktion, haben Forscher herausgefunden.

Veröffentlicht:
Bei Kleinkindern ist besonders Rhinopharyngitis mit dem Auftreten von Inselautoantikörpern assoziiert.

Bei Kleinkindern ist besonders Rhinopharyngitis mit dem Auftreten von Inselautoantikörpern assoziiert.

© mbt_studio / fotolia.com

NEUHERBERG. Autoantikörper gegen Insulin-bildende Betazellen (Insel-Autoimmunität) treten bei Kindern mit erhöhtem Typ-1-Diabetes-Risiko am häufigsten im Alter von sechs Monaten bis drei Jahre auf.

Nach möglichen Auslösern haben jetzt Forscher des Instituts für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München gesucht (JAMA Pediatrics 2013; online 1. Juli).

Sie analysierten Daten von 148 Teilnehmern der BABYDIET Studie. Die Kinder haben Angehörige mit Typ-1-Diabetes und damit ein erhöhtes Risiko. In den ersten drei Lebensjahren wurden bei ihnen 1245 Infektionen an 90.750 Personentagen dokumentiert. Alle drei Monate wurden sie auf Autoantikörper untersucht.

Im ersten Lebensjahr waren Atemwegsinfektionen - besonders Rhinopharyngitis (Erkältungsschnupfen) - und das Auftreten von Inselautoantikörpern miteinander assoziiert.

Kinder mit Inselautoantikörpern hatten mindestens zweimal im ersten Lebensjahr eine Infektion gehabt. Am höchsten war das Risiko für Insel-Autoimmunität bei Kindern mit mehr als fünf Atemwegsinfektionen im ersten Lebensjahr.

Wahrscheinlich werde Insel-Autoimmunität und Typ-1-Diabetes nicht durch eine spezifische Infektion oder ein spezifisches Virus ausgelöst, vermuten die Forscher. Vielmehr begünstigten offenbar freigesetzte entzündliche Botenstoffe die Autoimmunreaktion bei den Kindern.

Werden Erkältungskrankheiten in der frühen Kindheit vermieden, könnte dies bei erhöhtem Risiko Typ-1-Diabetes vorbeugen, so Professor Anette-Gabriele Ziegler in einer Mitteilung des Zentrums.

Ziegler: "Die Entwicklung gezielter Impfungen oder antiinflammatorischer Therapien könnte zu einer gesunden Reifung des Immunsystems und somit zur Prävention von Typ-1-Diabetes beitragen." (eis)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Gastbeitrag

Bedenken gegenüber Digitalen Gesundheitsanwendungen anscheinend berechtigt

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ältere Frau versucht, sich mit einem Fan abzukühlen.

© solidcolours/Getty Images/iStock

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht