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Krim-Kongo-Fieber

Infekte durch Zecken und Haustiere

Vermeidung von Zeckenstichen und Tierkontakten beugt in Endemieländern dem Krim-Kongo-Fieber vor.

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Das Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber (CCHF) wird durch Zecken der Gattung Hyalomma, aber auch durch Kontakt mit dem Fleisch oder Blut infizierter Tiere übertragen. Als Reservoire dienen hier zum Beispiel Schafe, Kühe und Kamele.

Häufig kommen auch nosokomiale Infektionen bei medizinischem Personal vor, das Kontakt mit dem Blut von CCHF-Patienten hatte. Die Erkrankung ist in Afrika, in den Balkanstaaten, im Mittleren Osten und Teilen Asiens verbreitet. Am stärksten betroffen sind die Türkei, der Iran, Usbekistan sowie die südlichsten Gebiete Russlands.

In der russischen Region Rostow sind bis Anfang Juli 61 Infektionen registriert worden, was bereits die Gesamtzahl aus dem Jahr 2014 übertraf. Anfang Oktober wurden aus Pakistan elf Verdachtsfälle innerhalb weniger Tage gemeldet, mindestens drei der Patienten sind in der Folge verstorben.

Alle Betroffenen hatten Kontakt zu Tieren im Rahmen des islamischen Opferfestes, was daher als wahrscheinliche Infektionsquelle angesehen wird. Mitte Oktober wurden aus der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa 25 Erkrankungs- und elf Todesfälle gemeldet.

Die Inkubationszeit des Krim-Kongo Hämorrhagischen Fiebers beträgt drei bis zwölf Tage, als erste Symptome treten Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. In der Folge entwickeln sich Petechien im Brust- und Bauchbereich, häufig treten generalisierte Lymphknotenschwellungen und eine Hepatomegalie auf. Ebenso leiden die Erkrankten bisweilen unter Stimmungsschwankungen und Verwirrtheit.

Bei etwa 20 Prozent der Betroffenen nimmt die Krankheit einen hämorrhagischen Verlauf, was sich in leichten Fällen durch Zahnfleisch- oder Nasenbluten, in schweren Fällen etwa durch Bluterbrechen oder blutigen Stuhl äußert. Die Letalität beträgt im allgemeinen zwei bis 50 Prozent, bei Epidemien kann sie bis zu 70 Prozent erreichen.

Die Behandlung erfolgt hauptsächlich symptomatisch, in Einzelfällen kann eine frühe Therapie mit Ribavirin erfolgversprechend sein. Ein Impfstoff gegen das Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber steht nicht zur Verfügung, in Endemiegebieten sollte man sich durch das Vermeiden von Zeckenstichen und Tierkontakten vor einer Infektion schützen.

Weitere Informationen zur Reisemedizin unter www.crm.de

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