Direkt zum Inhaltsbereich

Reisemedizin

Infekte mit Hantaviren in Panama nehmen zu

In Panama ist das Risiko für das Hantavirus-induzierte (kardio-) pulmonale Syndrom erhöht.

Von Dr. Sandra Witteck und Professor Tomas Jelinek Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. 2018 wurden in Panama 103 bestätigte Hantavirus-Infektionen gemeldet, 99 davon in der Provinz Los Santos (Azuero-Halbinsel) und weitere in den Provinzen Herrera, Coclé und Veraguas, berichtet die WHO. Dies bedeutet einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen, denn 2017 waren nur etwa 30 Erkrankungen gemeldet worden.

Das Reservoir für den Erreger sind Nagetiere. Vor allem Ratten und Mäuse scheiden das Virus aus der Familie der Bunyaviridae mit Speichel, Kot und Urin aus. Der Mensch infiziert sich hauptsächlich durch Einatmen kontaminierter Aerosole oder durch Kontakt verletzter Haut mit einer kontaminierten Umgebung. Auch bei einem Tierbiss oder durch verunreinigte Lebensmittel kann das Virus übertragen werden.

Verschiedene Virustypen rufen unterschiedliche Krankheitsbilder hervor. Typisch ist ein Beginn mit Fieber, grippeähnlichen Symptomen und gastrointestinalen Beschwerden. Typisch für die Viren aus Amerika ist das Hantavirus-induzierte (kardio-)pulmonale Syndrom (HPS / HCPS), das mit Husten, Lungenödem und Atemnot einhergeht.

Knapp jeder zweite Hantavirus-Patient in Panama im vergangenen Jahr hat ein HPS entwickelt, vier davon sind gestorben.

Asiatische und europäische Virustypen können ein Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) verursachen, das sich durch Einblutungen sowie eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion bemerkbar macht. Viele Hantavirus-Infektionen verlaufen allerdings auch komplett symptomlos.

Die Behandlung erfolgt symptomatisch, eventuell kann eine frühe Gabe von Ribavirin erwogen werden. Zur Prävention sollte in Risikogebieten der Kontakt zu Nagetieren sowie deren Ausscheidungen vermieden werden.

Die Autoren arbeiten für das CRM Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf.

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Auf klinische Zeichen achten!

Peritonsillarabszess häufig ohne vorausgehende Tonsillitis

Vom Schmerzgel bis zum Wiegenlied

Zehn Strategien gegen Impfstress

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Akute Belastung versus chronische Schäden

Marathonläufer sollten ihren Nierenstatus kennen

Lesetipps
Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht

Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests