Direkt zum Inhaltsbereich

"Infusion ist bei Darmkrebs die effektivste Option"

DRESDEN (gvg). Bei Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom sollte als Partner von Irinotecan bevorzugt 5-Fluorouracil als Infusion verwendet werden. Die Zwischenergebnisse einer großen Vergleichsstudie stützen dieses Vorgehen.

Veröffentlicht:

Die Daten wurden bereits Anfang des Jahres auf der Krebskonferenz ASCO GI 2007 in Orlando vorgestellt. In der Studie erhielten 430 Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom (CRC) Irinotecan (in Deutschland: Campto®) in Kombination mit 5-Fluorouracil (5-FU). Es wurde entweder als Infusion oder als intravenöser Bolus oder oral verabreicht.

"Die Daten bestätigen, was wir in Deutschland schon länger propagieren. Die Infusion ist die effektivste und verträglichste Option", sagte Dr. Ralf-Dieter Hofheinz vom Interdisziplinären Tumorzentrum Mannheim auf einer Tagung der Stiftung Lebensblicke in Dresden.

In der Studie begann, bevor bei Patienten mit metastasiertem CRC regelmäßig eine begleitende Antikörpertherapie eingeführt wurde. Die Zeit bis zur Progression lag in der Gruppe, die Irinotecan kombiniert mit der 5-FU-Infusion erhielt, im Median bei 8,2 Monaten. In der Bolus-Gruppe waren es sechs Monate. Wurde 5-FU oral gegeben, waren es 5,7 Monate. Insgesamt überlebten die Patienten im Median 23 Monate bei 5-FU-Infusionstherapie, 17,6 Monate bei Bolus- und fast 19 Monate bei oraler 5-FU-Therapie.

In der zweiten Studienperiode bekamen weitere 117 Patienten zusätzlich zu den genannten Therapieschemata auch den antiangiogenetischen Antikörper Bevacizumab. Dadurch verlängerte sich die Überlebenszeit in der Bolus-Gruppe auf im Median 19,2 Monate.

In der Infusions-Gruppe liegt dieser Wert noch nicht vor. Nach einem Jahr waren hier noch 87 Prozent der Patienten am Leben, im Vergleich zu 61 Prozent bei Bolus-Therapie.

Diese Daten bestätigten, dass die Kombination aus Irinotecan, 5-FU-Infusion und Bevacizumab für Patienten mit metastasiertem CRC eine sehr gute Option ist. Diese Ansicht äußerte Hofheinz auf der von Pfizer Oncology unterstützten Veranstaltung.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Registerauswertung aus neun Bundesländern

Mehr Darmkrebs-Neudiagnosen bei Jüngeren in Deutschland

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Lesetipps
Eine Ärztin im Gespräch mit einer Patientin.

© HockleyM1 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Kollegin gibt Tipps

So gelingt eine gute Arzt-Patienten-Beziehung

Die Ursachen für eine Anämie sind zahlreich. Differentialdiagnostisches Denken ist vorrausgesetzt.

© doucefleur / stock.adobe.com

Von unbedenklich bis gefährlich

Blutbildveränderungen: Das Einmaleins der Anämie-Diagnostik