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"Initialtherapie mit Glibenclamid nicht zeitgemäß"

LÜNEBURG (eis). Es ist nicht mehr zeitgemäß, normalgewichtige Typ-2-Diabetiker initial mit Glibenclamid zu behandeln. Wegen möglicher schwerer Hypoglykämien unter der Therapie sollte die Empfehlung aus den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft gestrichen werden, sagt Dr. Hans-Jürgen Wedemeyer aus Bad Bevensen.

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"Richtig schlanke Typ-2-Diabetiker sind sehr selten", sagte der Diabetologe beim 23. Seminarkongress Norddeutscher Hausärzte in Lüneburg. Er selbst habe als Arzt an der Diabetes-Klinik Bevensen in 25 Jahren etwa 22 000 Diabetiker gesehen.

Darunter seien nur drei richtig schlanke Typ-2-Diabetiker mit einem BMI von 20 oder darunter gewesen. Bei einer solchen Konstellation müsse man sehr genau hinschauen, denn oft hätten die Patienten in Wirklichkeit einen langsamen Typ-1-Diabetes. Um den Diabetestyp zu klären, sind dann C-Peptid-Messung und Nachweis spezifischer Antikörper sowie Klärung der Insulinresistenz nötig.

Bei normalgewichtigen Typ-2-Diabetikern rät Wedemeyer genau wie bei übergewichtigen zu einer Initialtherapie mit Metformin und nicht zu Glibenclamid. "Es gibt viel mehr tödliche Hypoglykämien unter Glibenclamid als tödliche Lactatazidosen unter Metformin", sagte der Diabetologe dazu.

Und: Tödliche unerwünschte Ereignisse seien bei Glibenclamid auch unter Achtung der Kontraindikationen bei regulärer Anwendung möglich. Bei Metformin hingegen seien tödliche Zwischenfälle eigentlich nur möglich, wenn die Kontraindikationen - wie Nieren-, Herz- oder Lungeninsuffizienz - grob fahrlässig missachtet würden. Bei den Patienten mit Metformin-Kontraindikationen empfiehlt Wedemeyer Glimepirid.

Initial rät der Diabetologe, mit zweimal 500 mg Metformin pro Tag zu beginnen. Eine besonders preisgünstige Möglichkeit sei es, 1000-mg-Tabletten zu verordnen, von denen die Patienten dann zweimal eine halbe Tablette nehmen müssen. "Eine halbe Tablette sehen Patienten als nicht so schlimm an wie eine ganze", sagte Wedemeyer. "Außerdem brauchen sie dann nur die halbe Seite zu den Nebenwirkungen lesen", sagt er seinen Patienten scherzhaft dazu.

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