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"Insulinanaloga sind bei Diabetes-Therapie unverzichtbar"

LEIPZIG (hbr). Ärzte können für die Diabetestherapie seit Jahren unter Insulinen wählen, deren Wirkverläufe sich mehr oder weniger deutlich unterscheiden. Nicht jedes Insulin paßt für jeden Patienten: "Wir haben immer eine Reihe von Wirkprofilen gehabt, die wir auch unbedingt gebraucht haben", sagt Dr. Hans-Joachim Lüddeke.

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Für den Münchener Diabetologen sind deshalb auch die Insulinanaloga eine unverzichtbare Erweiterung der Diabetes-Therapie. Schnelle Analog-insuline etwa wirken besonders rasch und kurz. Sie sind etwa indiziert, wenn es gilt, Unterzuckerungen zu verringern und die postprandialen Blutzuckerwerte zu verbessern, bei sportlich aktiven Diabetikern, hochbetagten Menschen und bei Patienten mit Nephropathie.

Bei Patienten mit Nephropathie etwa ist der Insulinbedarf erniedrigt. Sie neigen stark zu Hypoglykämien, auch mit schwerem Verlauf und spät-postprandial. Wegen dieser Gefahr muß die Therapie der Patienten immer wieder der nachlassenden Nierenfunktion angepaßt werden, sagte Lüddeke beim Diabeteskongreß in Leipzig. Die relativ lange Wirkdauer von Normalinsulin erschwert jedoch ihre Stoffwechseleinstellung. Kurzwirksame Analoga, deren Wirkung schneller verbraucht ist, können die Unterzuckerungsrate senken.

Die schnelle kurze Wirkung nützt auch Patienten ohne Nephropathie, die zum Beispiel spät nach dem Abendessen zur Unterzuckerung neigen. Denn eine lange Bolus-Wirkung zum Essen kann, besonders bei hoher Dosis, noch mit dem Basalinsulin vom Abend zusammentreffen und so Hypoglykämien fördern. Ein Bolus-Insulin dagegen, das schneller wirkt und schneller wieder weg ist, reduziert solche Überlappungen.

Langwirksame Analoga, die länger wirken als NPH-Insulin, setzt Lüddeke bei schwankenden Nüchternwerten, morgendlichem Blutzucker-Anstieg und nächtlicher Unterzuckerung ein. Auch Diabetiker mit ungewöhnlichem Tagesrhythmus profitieren davon. So steht eine seiner Typ-1-Patientinnen erst am späten Vormittag auf: "Was mache ich mit so einer Patientin? NPH-Insulin kann gar nicht bis dahin wirken!" Mit einem langwirksamen Analogon nahmen ihre Nüchternwerte ab.

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