Antidiabetische Therapie

Insulinpumpe erkennt Hypoglykämien

Mit einer intelligenten Insulinpumpe ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur künstlichen Bauchspeicheldrüse gelungen.

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Das System Veo mit Insulinpumpe und Sensor am Körper.

Das System Veo mit Insulinpumpe und Sensor am Körper.

© Medtronic

CHICAGO. Das MiniMed 530 G System des Unternehmens Medtronic misst kontinuierlich den Blutzucker und unterbricht bei einem Schwellenwert von etwa 70 mg/dl automatisch die Insulinzufuhr für zwei Stunden.

Die Tauglichkeit der US-Version des in Europa verwendeten MiniMed Veo Systems wurde in der ASPIRE-SAP-Studie untersucht. Teilnehmer waren 247 Typ 1-Diabetiker, bei denen in der Vorgeschichte nächtliche Hypoglykämien dokumentiert waren.

Alle wurden drei Monate mit der Pumpe behandelt, die "Hypo-Abschaltfunktion" gab es bei der Hälfte der Patienten. Primärer Endpunkt war die Inzidenz nächtlicher Hypoglykämien.

Vor allem schwere Hypoglykämien während der Nacht wurden durch die Abschaltfunktion verhindert, wie Professor Richard M. Bergenstal beim ADA-Kongress berichtet hat. So war das Risiko für Episoden mit BZ-Werten unter 50 mg/dl in der Interventionsgruppe um 57 Prozent verringert, das Risiko für Episoden zwischen 50 und 60 mg/dl um 49 Prozent.

Die Insulin-Zufuhr wurde bei den 121 Patienten der Interventionsgruppe 1873-mal unterbrochen, 1444-mal nachts, so der Direktor des International Diabetes Center in Park Nicollet, Minneapolis.

Am Ende der zweistündigen Unterbrechung wurden im Median 92 mg/dl Blutzucker gemessen. Weitere zwei Stunden später betrugen die Werte im Median 169 mg/dl. "Das Risiko für schwere Hyperglykämie-Rebounds ist also gering", so Bergenstal.

Die HbA1c-Werte zwischen Verum- und Kontrollgruppe unterschieden sich nicht. Insgesamt kam es zu vier schweren Hypoglykämien, alle in der Kontrollgruppe.

"Die Ergebnisse sind für Typ-1-Diabetiker interessant", so Bergenstal, "denn unter Pumpentherapie haben die meisten von ihnen nächtliche Hypoglykämien". (DE)

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