Intensiv-Therapie lohnt bei Infektion mit HIV / HCV

GLASGOW (awa). Patienten mit einer HIV/ HCV-Doppelinfektion profitieren von einer erhöhten Ribavirin-Dosis und einer verlängerten Therapie. Damit werden Ansprechraten wie bei einer HCV-Monoinfektion erreicht.

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Das hat Professor Jürgen Rockstroh aus Bonn beim internationalen HIV-Kongress in Glasgow berichtet. In einer Studie erhielten knapp 400 Patienten mit HIV/HCV-Koinfektion statt täglich 800 mg insgesamt 1000 bis 1200 mg des Nukleosid-Analogons Ribavirin. Dazu erhielten sie wöchentlich 180 µg pegyliertes Interferon (pegIFN).

Bisher wurden bei einer HIV/HCV-Koinfektion 800 mg Ribavirin eingesetzt und damit eine niedrigere Dosis als bei einer HCV-Monoinfektion. Damit sollten Interaktionen zwischen Ribavirin und Nukleosidanaloga bei der HIV-Therapie vermieden werden.

In der Studie wurden die Erfolge einer Therapie üblicher Dauer und einer längeren Therapie verglichen. Es waren 48 Wochen im Vergleich zu 72 Wochen bei 45 schwerer zu behandelnden Patienten mit Genotyp-1- oder Genotyp-4-Infektionen. 24 Wochen oder 48 Wochen wurden 192 Patienten mit den weniger hartnäckigen Genotypen 2 oder 3 behandelt.

Insgesamt war bei fast 50 Prozent der Patienten sechs Monate nach Ende der Therapie keine HCV-RNA nachzuweisen. Die Ansprechrate war bei Patienten mit Genotypen 2 oder 3 signifikant höher als mit Genotypen 1 oder 4 (etwa 72 Prozent versus 35 Prozent).

Eine längere im Vergleich zu einer kürzeren Therapie wirkte sich positiv aus: Bei Patienten, die mit den Genotypen 1 oder 4 infiziert waren, betrug die Ansprechrate 53 Prozent versus 31 Prozent. Bei Patienten, die mit den Genotypen 2 oder 3 infiziert waren, waren es 83 Prozent versus 67 Prozent.

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