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Ischämietraining am Arm bei Infarkt günstig

AARHUS (ob). Eine Art "Ischämietraining" am Arm scheint das Myokard resistenter gegen ischämiebedingte Gewebeschäden zu machen. Bei sich entwickelndem Infarkt werden so offenbar mehr Herzmuskelzellen vor dem Absterben bewahrt.

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KHK-Patienten, bei denen Ischämien zuvor häufig auftraten, überstehen einen Herzinfarkt meist besser als Patienten, bei denen das Ereignis "aus heiterem Himmel" kommt. Experten sprechen von "ischämischer Präkonditionierung": Wiederholte kurze Ischämien scheinen eine kardioprotektive Wirkung zu haben.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich diese Ischämien nicht unbedingt im Herzmuskelgewebe abspielen müssen - auch in anderen Organen oder Geweben ausgelöste Ischämien haben offenbar eine protektive Wirkung auf das Herz. Experten bezeichnen dieses Phänomen als "heterotope ischämische Präkonditionierung" (remote ischemic preconditioning).

Eine dänische Forschergruppe um Dr. Hans Erik B¢tker aus Aarhus hat dieses Konzept jetzt in einer Studie bei 251 Patienten mit Verdacht auf sich entwickelnden Myokardinfarkt getestet (Lancet 375, 2010, 727). Bereits auf dem Transport in der Klinik, wo eine perkutane Koronarintervention vorgenommen wurde, nahmen die Ärzte die "Konditionierung" in Angriff: Viermal drosselten sie je fünf Minuten lang mit einer Manschette die Blutzufuhr im Arm.

Um den Anteil an "gerettetem" Myokard zu ermitteln, wurde schon in den ersten Stunden per Perfusionsmessung das ischämische Myokardareal erfasst, das dann ins Verhältnis zur endgültigen Infarktgröße nach 30 Tagen gesetzt wurde. Die Analyse ergab, dass bei Patienten mit zuvor am Arm induzierten Ischämien signifikant weniger Herzgewebe abgestorben war als bei Kontrollpatienten. Dieser Effekt ist vermutlich auf eine Reduktion der Gewebeschädigung infolge abrupter Reperfusion zurückzuführen. Nach Ansicht der Autoren ist die repetitive Ischämieinduktion am Arm eine einfache Maßnahme mit Potenzial zur Prognoseverbesserung bei Myokardinfarkt. Das muss aber erst noch in großen PhaseIII-Studien verifiziert werden.

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