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Ist eine Veranlagung bei Morbus Parkinson häufiger als vermutet?

Die Parkinson-Krankheit wird nur zu etwa 15 Prozent monogenetisch vererbt, allerdings scheint es Menschen zu geben, die ein erhöhtes Parkinson-Risiko haben. Vermutlich sind daran kleine genetische Varianten und Umwelteinflüsse ursächlich beteiligt.

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Patienten mit genetisch bedingtem Morbus Parkinson erkranken meist früh und haben typischerweise ein mutiertes Gen für das Protein Alpha-Synuclein, das normalerweise in den Synapson der Neuronen vorkommt. Weil dieses mutierte Eiweißmolekül nicht mehr abgebaut werden kann, kommt es zu Proteinablagerungen in Nervenzellen, zu den Lewy-Körperchen.

Doch dieses schon 1997 entdeckte erste Parkinson-Gen ist aber offensichtlich nicht das einzige Gen, das die Krankheit auslöst. Japanische Wissenschafter haben bei früh an Parkinson erkrankten Patienten, die keine Lewy-Körperchen im Gehirn hatten, eine weitere Genmutation gefunden.

Es handelt sich um eine Mutation im LRRK2-Gen (Leucin Rich Repeat Kinase 2) auf Chromosom 12. Das Gen enthält den Bauplan für eine MAP-Kinase, ein Enzym. MAP steht für "Mitogen-aktivierte Protein-Kinase". Das Enzym wiederum wird für die Signalübermittlung von außen in die Nervenzelle gebraucht.

"Wahrscheinlich werden bis zu fünf Prozent aller Parkinson-Erkrankungen durch Mutationen im LRRK2-Gen verursacht", vermutet Professor Thomas Gasser vom Zentrum für Neurologie der Universität Tübingen bei der Genom-Veranstaltung in Berlin.

Da sich die Fehlfunktion der Kinase im Prinzip durch Medikamente beheben läßt, bieten sich hier ganz neue Therapieansätze. Die NGFN-Wissenschaftler um Gasser wollen nun herausfinden, ob weitere genetische Varianten und Mutationen an der Entstehung von Morbus Parkinson beteiligt sind.

"Sporadisch auftretende, also nicht erbliche Formen der Erkrankung sind vielleicht seltener als bisher angenommen", meinte Gasser. So fanden die Wissenschaftler heraus, daß bereits leichte Veränderungen im Gen für Alpha-Synuklein das Risiko für die Entwicklung von Morbus Parkinson erhöhen. An der Universität Tübingen wurden 653 Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom auf solche minimalen Gen-Varianten untersucht.

Und tatsächlich wurden die Tübinger Wissenschaftler bei fast jedem dritten Parkinson-Patienten fündig. "Diese kleinen genetischen Varianten können das Risiko für Morbus Parkinson bei homozygoten Anlageträgern verdoppeln.

Allerdings sind aber bei der Entstehung der sporadisch auftretenden Formen vermutlich darüber hinaus auch Umweltfaktoren von Bedeutung", so Gasser. Das heißt aber auch: Wer die Gen-Varianten nicht erbt, hat relativ gute Chancen, nicht an Morbus Parkinson zu erkranken. (grue)

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