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"Ja" aus Politik und Medizin zu Innovationen

BERLIN (gvg). Auch künftig muß es möglich sein, Patienten nach dem neuesten Stand der Forschung mit innovativen Therapieverfahren zu behandeln. Besonders in der Onkologie dürften Neuerungen mit nachgewiesenem Nutzen nicht verschleppt werden, forderten Ärzte beim 1. Berliner Roche Forum zur Versorgungsqualität in der Medizin.

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Wie politische Verantwortung auf dem einzelnen Arzt abgeladen wird, werde etwa bei der Anwendung von Trastuzumab (Herceptin®) in der adjuvanten Therapie von Frauen mit Brustkrebs deutlich.

"Nach vier Studien mit über 13 000 Patienten ist die Wirksamkeit einer einjährigen adjuvanten Therapie mit Trastuzumab unter Experten heute unbestritten", so Professor Nadia Harbeck von der Frauenklinik am Klinikum Rechts der Isar in München.

Trotzdem hätten die behandelnden Kollegen mit dem Kostenträger lange Zeit um jede einzelne Behandlung mit diesem Medikament ringen müssen. Nur langsam entspanne sich die Situation, nachdem das Präparat mittlerweile für die Indikation der adjuvanten Brustkrebstherapie offiziell zur Zulassung eingereicht ist.

Vor kurzem hat der Ausschuß für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA diese Indikationserweiterung empfohlen.

Politiker aller Parteien äußerten auf der Veranstaltung übereinstimmend, daß medizinische Innovationen auf Dauer allen Versicherten im Gesundheitswesen zugänglich bleiben sollten, auch wenn das Gesundheitswesen dadurch teurer werde.

Wolfgang Schmeinck vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen warnte jedoch davor, "das Kind mit dem Bade" auszuschütten und bei der anstehenden Gesundheitsreform einfach nur mehr Geld ins System zu pumpen.

Es dürften nicht nur immer neue Verfahren entwickelt und erstattet werden. Wenn neuere Ansätze wirklich besser seien als ältere, dann dürfe es auch kein Tabu sein, veraltete medizinische Leistungen aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen, so Schmeinck.

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