"Je tiefer, um so besser" - intensive Lipidsenkung schützt viele vor Infarkt

ATLANTA (ob). Durch starke Senkung des Serumcholesterins über das derzeit in Leitlinien empfohlene Maß hinaus ist in der Sekundärprävention auch klinisch deutlich mehr erreichbar. Das belegen Ergebnisse einer neuen Analyse der gepoolten Daten aus vier Studien.

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Als Zielwert für die Lipidtherapie bei manifester Koronarerkrankung gilt derzeit ein LDL-Cholesterinspiegel von 100 mg/dl. Die Hypothese, daß eine noch tiefere Senkung den Nutzen der präventiven Therapie maximiert, ist in jüngster Zeit in vier klinischen Studien (PROVE-IT, AtoZ, TNT, IDEAL) überprüft worden.

In drei Studien konnte dabei durch intensive Lipidsenkung - jeweils mit Atorvastatin in Höchstdosierung - eine signifikant stärkere Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse im Vergleich zu einer konventionellen Therapie erzielt werden. Experten sehen damit die Frage, ob bei der Lipidsenkung die Devise "je tiefer, um so besser" gilt, als positiv beschieden an.

Nun sind die zusammengefaßten Daten aller vier Studien in einer Metaanalyse ausgewertet worden. Mehr als 27 000 KHK-Patienten mit akutem Koronarsyndrom oder stabiler Koronarerkrankung waren beteiligt.

Ihr Ausgangs-LDL-Wert lag im Schnitt bei 130 mg/dl. Bei konventioneller Therapie sank der Wert auf 101 mg/dl - quasi punktgenau auf den derzeitigen Zielwert. Die intensivere Lipidtherapie hatte dagegen eine deutlich stärkere Reduktion auf einen LDL-Wert von 75 mg/dl zur Folge.

Der Unterschied war von erheblicher Bedeutung. Wie Professor Eugene Braunwald aus Boston beim ACC-Kongreß berichtete, war die Inzidenzrate für schwerwiegende Koronarereignisse (KHK-Tod, Myokardinfarkt) bei intensiver Cholesterinsenkung hochsignifikant um 16 Prozent niedriger als bei moderaterer Therapie (8,0 versus 9,4 Prozent). Für Schlaganfälle ergab sich eine signifikant um 18 Prozent stärkere Reduktion der Ereignisrate.

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