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Jeder achte Mensch mit Prädiabetes hat schon eine Polyneuropathie

Bei Patienten mit neuropathischen Schmerzen lohnt sich ein Glukosetoleranztest, um abzuklären, ob nicht ein bisher unerkannter Diabetes mellitus die Ursache ist

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BERLIN (djb). Die Prävalenz der diabetischen Polyneuropathie (PNP) beträgt bei Patienten mit gestörter Glukosetoleranz (Prädiabetes) 13 Prozent und mit manifestem Diabetes 28 Prozent. Neuropathische Schmerzen bei Diabetikern seien nach wie vor unterdiagnostiziert und untertherapiert, kritisierte Professor Dan Ziegler aus Düsseldorf beim Deutschen Schmerzkongress in Berlin.

Schon im Stadium der gestörten Glukosetoleranz verlaufen knapp 15 Prozent der Neuropathien schmerzhaft, beim manifesten Diabetes sind es etwa 21 Prozent. Daher lohne sich bei Patienten mit idiopathischen neuropathischen Schmerzen stets auch ein Glukosetoleranztest, um einen Prädiabetes auszuschließen, riet Ziegler. Die Schmerzen werden als heiß, brennend, elektrisierend, einschießend, scharf, dumpf, prickelnd oder kribbelnd empfunden. "Den typischen neuropathischen Schmerz" gebe es nicht. Vielmehr liege den Beschwerden eine Fülle von unterschiedlichen, sich häufig überlappenden Pathomechanismen und Manifestationen zugrunde.

Bei der distal-symmetrischen PNP muss zwischen schmerzhaften neuropathischen Symptomen und schmerzlosen neuropathischen Defiziten unterschieden werden. Letztere sind die Ursache von progredienten Entwicklungen wie Fußulzera und Amputation. Sie sind die Kostentreiber und erhöhten die Mortalität, so der Diabetologe bei einer Veranstaltung von Mundipharma. Bei der autonomen Neuropathie zählen außer vasomotorischen oder kardiovaskulären Störungen auch Störungen des Gastrointestinaltraktes zu den häufigsten Manifestationen, etwa die diabetische Gastroparese. Gerade diese würden in der Praxis jedoch oft übersehen, sagte Ziegler. Rund 30 Prozent der PNP-Patienten leiden jedoch unter diabetischer Obstipation. Solche Begleitstörungen müssen bei der Therapie berücksichtigt werden.

Indikationen für eine gezielte neurologische Abklärung sieht Ziegler bei asymmetrischen Formen der neurologischen Ausfälle, bei vorwiegend motorischen Ausfällen und wenn die Neuropathie trotz guter Blutzuckereinstellung rasch progredient verläuft. Auch wenn die Symptome in den oberen Extremitäten beginnen oder wenn in der Familienanamnese eine Neuropathie nicht-diabetischer Genese aufgetreten ist, sollten weiterführende Untersuchungen beim Neurologen erfolgen.

Leitlinien Neuropathie unter www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

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